
Manchmal hilft ein Blick auf das Ende des Lebens, um zu erkennen, was uns heute wirklich wichtig ist.
Stell Dir vor, Du hättest nur noch einen einzigen Tag zu leben. Wenn Du auf Dein bisheriges Leben zurückblickst: Was würdest Du am meisten bereuen? Was hättest Du gerne getan, erlebt oder verändert? Und was hat Dich bisher davon abgehalten?
Diese Fragen können zunächst etwas unangenehm sein. Doch sie bieten auch eine wunderbare Gelegenheit, sich darüber klar zu werden, was im eigenen Leben wirklich zählt.
Was wir von Sterbenden lernen können
Die australische Autorin Bronnie Ware hat mehrere Jahre lang sterbende Menschen begleitet. Dabei fiel ihr auf, dass viele Menschen am Ende ihres Lebens ähnliche Dinge bedauerten.
In ihrem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ beschreibt sie fünf besonders häufig genannte Lebensthemen:
- Nicht das eigene Leben gelebt zu haben, sondern das, was andere von einem erwarteten.
- Zu viel gearbeitet zu haben und dadurch zu wenig Zeit für andere wichtige Dinge gehabt zu haben.
- Die eigenen Gefühle nicht ausreichend ausgedrückt zu haben.
- Den Kontakt zu Freunden vernachlässigt zu haben.
- Sich selbst nicht erlaubt zu haben, glücklicher zu sein.
Was für eine bemerkenswerte Erkenntnis! Am Ende des Lebens geht es offenbar oft weniger um das, was wir erreicht oder besessen haben. Vielmehr rückt das in den Vordergrund, was wir erlebt, versäumt oder uns selbst nicht erlaubt haben.
Aber müssen wir wirklich erst am Ende unseres Lebens stehen, um diese Dinge zu erkennen? Natürlich nicht. Und genau darum geht es bei der folgenden Übung.
Die 5-Dinge-Übung
Nimm Dir etwas Zeit und suche Dir einen ruhigen Ort, an dem Du möglichst ungestört bist. Du brauchst lediglich ein Blatt Papier und einen Stift.
Stell Dir nun folgende Situation vor:
Morgen wäre Dein letzter Tag auf dieser Welt. Du blickst auf Dein bisheriges Leben zurück und weißt, dass Du nichts mehr nachholen oder verändern kannst.
Welche 5 Dinge würdest Du am meisten bereuen?
Vielleicht gibt es etwas, das Du schon lange tun wolltest. Einen Wunsch, den Du immer wieder aufgeschoben hast. Ein Gespräch, das Du nie geführt hast. Eine Entscheidung, die Du Dich bisher nicht zu treffen getraut hast.
Schreibe die 5 Dinge auf, die Dir persönlich am wichtigsten erscheinen. Ordne sie anschließend nach ihrer Bedeutung. Auf Platz 1 steht das, was Du vermutlich am meisten bereuen würdest.
Meine fünf Dinge:
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Versuche dabei, möglichst ehrlich zu Dir selbst zu sein. Es geht nicht darum, was andere Menschen für wichtig halten oder was Du Deiner Meinung nach bereuen solltest. Es geht ausschließlich um Dich und Dein Leben.
Und jetzt kommt der entscheidende Teil!
Schau Dir Deine Liste noch einmal in Ruhe an.
Die gute Nachricht ist: Du lebst!
Du hast also möglicherweise noch die Gelegenheit, einiges von dem zu verändern, was Du gerade aufgeschrieben hast.
Vielleicht kannst Du einen lange gehegten Wunsch verwirklichen. Vielleicht ist es an der Zeit, einem Menschen zu sagen, was Du wirklich für ihn empfindest. Oder Du erkennst, dass Du schon viel zu lange Deine eigenen Bedürfnisse zurückstellst. Überlege Dir deshalb zu jedem Punkt Deiner Liste:
- Was könnte ich heute oder in nächster Zeit tun, damit ich dies später nicht bereuen muss?
- Was hat mich bisher daran gehindert?
- Welchen ersten, möglichst kleinen Schritt kann ich jetzt schon unternehmen?
Du musst nicht gleich Dein ganzes Leben umkrempeln. Manchmal beginnt eine wichtige Veränderung mit einem einzigen Gespräch, einer Entscheidung oder damit, dass wir uns endlich etwas erlauben, was wir uns schon lange wünschen.
Und vielleicht stellst Du bei dieser Übung sogar fest, dass Du mit vielen Dingen in Deinem Leben bereits ausgesprochen zufrieden bist. Auch das ist eine wertvolle Erkenntnis!
Was tun, wenn Ängste oder innere Blockaden auftauchen?
Es kann natürlich passieren, dass Du bei dieser Übung auf Wünsche oder Entscheidungen stößt, die mit unangenehmen Gefühlen verbunden sind.
- Vielleicht möchtest Du beruflich etwas verändern, hast aber Angst vor den Konsequenzen.
- Vielleicht würdest Du gerne jemandem Deine Gefühle mitteilen, befürchtest jedoch eine Zurückweisung.
- Oder Du weißt eigentlich schon lange, was Du möchtest, traust Dich aber nicht, den ersten Schritt zu gehen.
Hier kann auch die EFT Klopfakupressur eine hilfreiche Möglichkeit sein, sich mit den auftauchenden Gefühlen auseinanderzusetzen und die eigene emotionale Anspannung zu regulieren.
Anstatt sofort eine Lösung finden zu müssen, kannst Du Dich zunächst mit der Angst, Unsicherheit oder anderen belastenden Gefühlen beschäftigen, die mit Deinem Wunsch verbunden sind. Oft wird dadurch deutlicher, welche Möglichkeiten Du tatsächlich hast.
Gib Deinem Leben mehr Leben!
Die 5-Dinge-Übung soll Dich nicht traurig machen oder unter Druck setzen. Sie ist vielmehr eine Einladung, Dein Leben bewusster zu gestalten. Denn eines ist sicher: Wir können die Vergangenheit nicht verändern. Aber wir können heute Entscheidungen treffen, die beeinflussen, wie wir später auf unser Leben zurückblicken.
Vielleicht möchtest Du Deine Liste deshalb aufbewahren und in einigen Monaten noch einmal hervorholen. Es könnte spannend sein zu sehen, was sich bis dahin verändert hat.
Die Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, hat einen wunderbaren Satz geprägt:
„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“
Und genau darum geht es bei dieser Übung. Nicht irgendwann. Sondern jetzt!
Literaturhinweis: Die Übung wurde angeregt durch Bronnie Ware: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen – Einsichten, die Ihr Leben verändern werden, Arkana Verlag, 2013.
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Die 5-Dinge-Übung ist Teil des EFT-Klopfakupressur Modul 3, in dem Du weitere Methoden zur Stabilisierung und Ressourcenstärkung für Dich selbst und die professionelle Anwendung kennenlernst.
Hinweis: Diese Übung dient der Selbstreflexion und unterstützt einen bewussteren Umgang mit den eigenen Belastungen und Bedürfnissen. Sie ist kein diagnostisches Verfahren und ersetzt bei gesundheitlichen oder psychischen Beschwerden keine erforderliche medizinische oder psychotherapeutische Abklärung oder Behandlung.
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