Tipp der Woche: Die Lichtstrahlmethode – eine einfache Ressourcenübung

Gerade bei der Arbeit mit traumatischen Belastungen geht es nicht immer darum, möglichst schnell an belastende Erinnerungen und Emotionen heranzugehen. Oft ist zunächst etwas ganz anderes wichtig: Ressourcen aufbauen und stärken.

Eine einfache Ressourcenübung ist die Lichtstrahlmethode. Dabei nutzt Du Deine Vorstellungskraft und stellst Dir ein angenehmes Licht vor, das Deinen Körper durchströmt und das Du mit Wärme, Wohlbefinden, Ruhe oder Kraft verbinden kannst.

Warum Ressourcen bei Trauma so wichtig sind

Wenn Menschen an Trauma-Arbeit denken, denken sie häufig zuerst an die Bearbeitung belastender Erinnerungen. Doch gerade hier ist ein behutsames Vorgehen wichtig.

Bevor wir uns schwierigen Erfahrungen zuwenden, kann es sinnvoll oder notwendig sein, zunächst die Fähigkeit zur Stabilisierung und Selbstregulation zu unterstützen. Dazu gehört auch, Ressourcen bewusst wahrzunehmen, zu aktivieren und möglichst gut verfügbar zu machen.

Ressourcen können sehr unterschiedlich sein: Erinnerungen an Menschen, Orte oder Situationen, in denen Du Dich sicher und wohlgefühlt hast, angenehme Körperempfindungen, innere Bilder oder auch vorgestellte Erfahrungen. Die Lichtstrahlmethode arbeitet mit genau einer solchen positiven Vorstellung.

So funktioniert die Lichtstrahlmethode

  1. Mach es Dir zunächst bequem. Du kannst sitzen oder liegen. Sowie es für Dich angenehm ist, kannst Du Dir erlauben, die Augen zu schließen.
  2. Stell Dir nun vor, über Deinem Kopf befindet sich eine Quelle von Licht.
  3. Wie dieses Licht aussieht, bestimmst Du selbst. Vielleicht ist es hell und klar, vielleicht warm und golden. Vielleicht entsteht spontan eine ganz andere Farbe, die Du mit etwas Angenehmem und Stärkendem verbindest.
  4. Stell Dir vor, wie dieses Licht langsam von oben in Deinen Körper hineinströmt.
  5. Nimm wahr, wie es sich über Kopf und Hals in die Schultern ausbreitet, weiter durch Brust und Bauch, durch die Arme und schließlich durch Beine und Füße – und alle Schatten aus Dir fortschwemmt.
  6. Vielleicht verbindest Du dieses Licht mit angenehmer Wärme. Vielleicht eher mit Ruhe, Kraft oder einem Gefühl des Wohlbefindens.
  7. Du musst dabei nichts Bestimmtes fühlen und auch kein besonders deutliches inneres Bild erzeugen. Lass die Vorstellung einfach so entstehen, wie sie für Dich passt.
  8. Zum Abschluss kannst Du Dir vorstellen, dass Dein gesamter Körper von diesem Licht erfüllt ist.
  9. Bleibe noch einen Moment bei dieser Wahrnehmung. Dann orientiere Dich, ganz in Deiner Zeit, wieder bewusst in diesen Raum zurück und lass Deinen Körper eine Bewegung finden die Dich wieder ganz und vollständig ins Hier und Jetzt zurück bringt.

Die Übung darf zu Dir passen

Nicht jeder Mensch kann sich innere Bilder gleich gut vorstellen. Das ist für diese Übung kein Problem.

Vielleicht „siehst“ Du das Licht sehr deutlich. Vielleicht hast Du nur eine ungefähre Vorstellung davon. Oder Du arbeitest eher mit dem Gedanken an Wärme oder daran, dass sich etwas Angenehmes durch Deinen Körper ausbreitet.

Auch Farbe, Helligkeit und Temperatur dürfen sich verändern.

In ausführlicheren Varianten der Lichtstrahlmethode kann zunächst auch eine unangenehme Körperempfindung wahrgenommen und beispielsweise mit einer Form, Farbe oder Temperatur verbunden werden. Anschließend wird ein als angenehm empfundenes Licht zu diesem Bereich gelenkt.

Für eine reine Ressourcenübung muss es aber gar nicht erst um eine Belastung gehen. Du kannst die Lichtstrahlmethode üben, ohne Dich vorher mit etwas Unangenehmem zu beschäftigen. Das ist gerade im Zusammenhang mit Trauma ein wichtiger Unterschied.

Ressourcen üben, bevor Du sie brauchst

Ressourcenübungen solltest Du möglichst nicht erst kennenlernen, wenn Du bereits stark belastet bist. Probiere die Lichtstrahlmethode deshalb zunächst in einem ruhigen Zustand aus. Je vertrauter Dir die Vorstellung wird, desto leichter kannst Du später darauf zurückgreifen.

Du kannst dabei herausfinden: Welche Farbe fühlt sich für Dich angenehm an? Wo befindet sich Deine Lichtquelle? Wie schnell soll sich das Licht ausbreiten? Welche Körperbereiche reagieren besonders angenehm darauf?

So entwickelt sich nach und nach Deine ganz persönliche Variante der Übung. Gerade deshalb gehört die Lichtstrahlmethode für mich zu den hilfreichen Ressourcenübungen der Trauma-Stabilisierung. Sie ist einfach, flexibel einsetzbar und lässt sich gut mit EFT und anderen stabilisierenden Verfahren verbinden.

Dabei sollte auch eine angenehm wirkende Imaginationsübung nicht erzwungen werden. Wenn die Vorstellung von Licht oder die Konzentration auf den Körper zusätzliche Unruhe oder Belastung hervorruft, ist möglicherweise eine andere Form der Stabilisierung besser geeignet.

Bei stärkeren oder anhaltenden psychischen Belastungen kann professionelle therapeutische Unterstützung sinnvoll oder notwendig sein.

Diese und andere praktische Ansätze zur Trauma-Stabilisierung lernst Du durch anschauliche Demonstrationen, verständliche Erklärungen und professionell begleitetes Üben im EFT Klopfakupressur Modul 3 – Trauma und Stabilisierung kennen.

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