
Das „Gesetz der Anziehung“ – mit EFT erschaffen
Warum scheinen manche Menschen ihre Ziele beinahe mühelos zu erreichen, während andere trotz großer Anstrengung immer wieder an ähnlichen Punkten hängen bleiben? Warum nutzen wir manche Chancen – und übersehen andere vollständig? Und welchen Einfluss haben dabei unsere Erwartungen, Überzeugungen und vor allem unsere Gefühle?
Rund um das sogenannte „Gesetz der Anziehung“ ist viel geschrieben worden. Oft wird die Vorstellung sehr weit gefasst: Was wir denken und fühlen, würden wir gewissermaßen in unser Leben „ziehen“. Wer innerlich ständig Mangel erlebt, ziehe weiteren Mangel an; wer sich dagegen bereits erfolgreich, geliebt oder wohlhabend fühlt, schaffe damit die Voraussetzungen dafür, mehr davon zu bekommen.
Ob man diese Vorstellung wörtlich, spirituell oder eher psychologisch versteht, bleibt jedem selbst überlassen. Für die Arbeit mit EFT ist vor allem ein anderer Aspekt interessant: Unsere inneren Einstellungen beeinflussen, was wir wahrnehmen, was wir für möglich halten, welche Entscheidungen wir treffen und wie wir handeln.
Wer beispielsweise tief davon überzeugt ist „Das schaffe ich sowieso nicht“, wird Möglichkeiten anders wahrnehmen als jemand, der innerlich mit „Warum eigentlich nicht?“ an dieselbe Situation herangeht. Und wer Erfolg unbewusst mit Gefahr, Ablehnung, Überforderung oder Schuld verbindet, kann sich selbst ausbremsen, obwohl er sich auf der bewussten Ebene nichts sehnlicher wünscht.
Genau hier kann EFT spannend werden.
Es geht nicht darum, sich die Welt schönzuklopfen
Beim „Gesetz der Anziehung“ entsteht schnell ein Missverständnis: Man müsse nur positiv genug denken, sich Erfolg intensiv vorstellen und negative Gefühle möglichst vermeiden.
Aus EFT-Sicht wäre das gerade nicht der sinnvollste Weg. Denn wenn Du Dir täglich sagst:
„Ich bin erfolgreich, glücklich und finanziell frei!“
während in Dir gleichzeitig eine Stimme antwortet:
„Von wegen!“
… dann ist genau diese Reaktion für uns interessant.
Statt sie wegzudrücken, kannst Du sie als Hinweis betrachten. Vielleicht zeigt sie Dir eine innere Überzeugung, eine alte Erfahrung oder einen emotionalen Widerstand, der bisher im Hintergrund gewirkt hat. EFT bietet die Möglichkeit, genau mit diesen Reaktionen zu arbeiten. Dabei können die folgenden sieben Schritte eine hilfreiche Orientierung geben.
1. Akzeptiere zunächst Deine jetzige Situation
Veränderung beginnt nicht unbedingt damit, dass Du sofort etwas verändern musst. Zunächst darfst Du anerkennen, wie es im Augenblick tatsächlich ist. Das bedeutet nicht, dass Du Deine Situation gutheißen oder Dich damit abfinden musst. Akzeptieren heißt zunächst nur: Es ist jetzt gerade so. Genau hier passt die klassische EFT-Grundidee aus der Einstimmungssequenz sehr gut:
„Obwohl ich …, akzeptiere ich mich voll und ganz.“
Vielleicht bist Du mit Deiner beruflichen Situation unzufrieden. Vielleicht fehlt Dir Geld, Anerkennung, Erfolg oder Sicherheit. Vielleicht möchtest Du längst etwas verändern und schaffst es trotzdem nicht. Dann könnte ein Einstieg beispielsweise lauten:
„Obwohl ich mich darüber ärgere, dass ich immer noch an diesem Punkt stehe, akzeptiere ich mich so, wie ich bin.“
Oder:
„Obwohl ich Angst habe, dass sich daran nie etwas ändern wird, akzeptiere ich mich mit diesem Gefühl.“
Es geht zunächst nicht darum, etwas Positives darüberzukleben. Klopfe mit dem, was tatsächlich da ist. Das kann bereits einen wichtigen Unterschied machen: Statt ständig gegen die gegenwärtige Situation anzukämpfen, beschäftigst Du Dich mit Deiner emotionalen Reaktion darauf.
2. Was willst Du wirklich?
Diese Frage klingt viel einfacher, als sie ist.
- Was möchtest Du wirklich?
- Mehr Geld?
- Mehr Erfolg?
- Eine glückliche Beziehung?
- Mehr Freiheit?
- Berufliche Veränderung?
Das sind zunächst Ziele. Doch hinter ihnen können ganz unterschiedliche Bedürfnisse stehen. Vielleicht möchtest Du nicht einfach „mehr Geld“, sondern Sicherheit. Vielleicht bedeutet beruflicher Erfolg für Dich Unabhängigkeit. Vielleicht möchtest Du nicht irgendeine Partnerschaft, sondern Nähe, Vertrauen und Zugehörigkeit.
Je klarer Du herausfindest, was Du wirklich willst und warum Du es willst, desto deutlicher können auch die inneren Reaktionen darauf werden. Stell Dir Dein gewünschtes Ziel einmal so konkret wie möglich vor. Und dann beobachte Dich:
Was geschieht emotional?
Kommt Freude auf? Vorfreude? Energie? Oder meldet sich sofort etwas anderes?
- „Das geht sowieso nicht.“
- „Dafür bin ich zu alt.“
- „Das kann ich mir nicht leisten.“
- „Andere können das, aber ich nicht.“
- „Was werden die anderen denken?“
- „Wenn ich erfolgreich bin, erwarten alle noch mehr von mir.“
Und schon bist Du beim nächsten Schritt.
3. Löse innere Widerstände und Blockaden
Manchmal wollen wir auf der bewussten Ebene etwas unbedingt – und ein anderer Teil von uns hat erhebliche Einwände dagegen. Das ist bei Erfolgszielen besonders interessant.
Stell Dir beispielsweise vor, Du möchtest mit Deiner Arbeit wesentlich erfolgreicher werden. Bewusst klingt das wunderbar. Doch vielleicht bedeutet „erfolgreich sein“ für einen anderen Teil von Dir:
- mehr Verantwortung,
- weniger Freizeit,
- Neid von anderen,
- höhere Erwartungen,
- die Gefahr zu scheitern,
- sichtbarer zu werden,
- kritisiert zu werden oder
- Dich von Menschen aus Deinem bisherigen Umfeld zu entfernen.
Dann können gleichzeitig zwei Kräfte wirken:
„Ich will Erfolg!“
und
„Erfolg ist gefährlich!“
Solche inneren Widersprüche sind ein guter Ansatzpunkt für EFT. Statt Dich dafür zu kritisieren, dass Du Dein Ziel noch nicht erreicht hast, kannst Du neugierig fragen:
„Was könnte dagegen sprechen, dass ich dieses Ziel tatsächlich erreiche?“
Und dann klopfst Du nicht einfach „auf Erfolg“, sondern beispielsweise auf die Angst vor Sichtbarkeit, die Sorge vor Überforderung oder eine konkrete Erinnerung, in der Erfolg unangenehme Konsequenzen hatte. Gerade die scheinbar unlogischen Einwände können dabei besonders interessant sein.
4. Erschaffe den gewünschten Zustand zunächst in Dir
Hier kommen wir zu einem Kerngedanken des „Gesetzes der Anziehung“. Die klassische Vorstellung lautet vereinfacht: Du ziehst das an, was Deinem inneren Zustand entspricht.
Man kann das aber auch weniger metaphysisch betrachten. Wenn Du Dich innerlich dauerhaft als erfolglos erlebst, wirst Du anders auftreten, entscheiden und handeln, als wenn Du Dir selbst etwas zutraust.
Wenn Du ständig mit Ablehnung rechnest, wirst Du möglicherweise Gelegenheiten vermeiden, bei denen Du abgelehnt werden könntest. Und wenn Du überzeugt bist, dass „für mich sowieso nichts drin ist“, wirst Du Chancen möglicherweise gar nicht erst als solche erkennen. Die spannende Frage lautet deshalb:
Wie würde es sich anfühlen, wenn Dein Ziel bereits möglich wäre?
Nicht: Wie kannst Du Dir etwas einreden, was Du nicht glaubst? Sondern: Was hindert Dich daran, dieses Gefühl überhaupt zuzulassen?
Hier können beispielsweise Affirmationen in Verbindung mit EFT oder das Choices-Protokoll hilfreich sein. Du könntest mit einem gewünschten Zustand arbeiten wie:
„Ich entscheide mich dafür, mehr und mehr darauf zu vertrauen, dass ich meinen eigenen Weg finden kann.“
Entscheidend ist wiederum Deine Reaktion darauf. Wenn sofort ein inneres „Ja, aber …“ auftaucht, hast Du neues Material für die Klopfarbeit gefunden.
5. Entdecke Dankbarkeit
Dankbarkeit spielt in vielen Ansätzen zum „Gesetz der Anziehung“ eine zentrale Rolle. Auch hier muss daraus keine Pflicht zum positiven Denken werden. Es geht nicht darum, Schwierigkeiten schönzureden oder so zu tun, als wäre alles wunderbar. Interessanter ist die Frage:
Worauf richtest Du Deine Aufmerksamkeit?
Unser Alltag bietet fast immer beides: Dinge, die uns ärgern, fehlen oder belasten – und Dinge, die funktionieren, uns guttun oder selbstverständlich geworden sind. Du kannst deshalb ausprobieren, Dir täglich bewusst einige Dinge vor Augen zu führen, für die Du tatsächlich dankbar bist.
Nicht: „Ich muss dankbar sein.“ Sondern: „Wofür bin ich heute wirklich dankbar?“
- Vielleicht für einen Menschen.
- Für ein Gespräch.
- Für Deine Wohnung.
- Für einen kleinen beruflichen Erfolg.
- Für einen schönen Spaziergang.
- Oder einfach für eine gute Tasse Kaffee am Morgen.
Und wenn Du feststellst, dass Dankbarkeit gerade überhaupt nicht möglich ist, kannst Du auch damit klopfen:
„Obwohl ich gerade viel zu wütend bin, um dankbar zu sein …“
Dann arbeitest Du wieder mit dem tatsächlichen Gefühl statt gegen es.
6. Loslassen, erlauben und annehmen
Ein weiterer wichtiger Schritt besteht darin, nicht ständig kontrollieren zu müssen, wann und wie etwas geschehen soll. Zweifel, Ärger, Wut, Neid oder Ungeduld können Hinweise darauf sein, dass ein Thema emotional stark aufgeladen ist. Auch hier kann EFT helfen, zunächst das zu bearbeiten, was gerade vorhanden ist:
- „Warum klappt das bei allen anderen und bei mir nicht?“
- „Ich müsste längst viel weiter sein.“
- „Ich habe Angst, dass es nie funktioniert.“
- „Ich bin neidisch auf Menschen, die schon dort sind, wo ich hinwill.“
Solche Sätze sind kein Versagen beim positiven Denken. Im Gegenteil: Sie zeigen Dir ziemlich genau, wo Du weiterarbeiten kannst. Und gleichzeitig darfst Du lernen, kleine Veränderungen überhaupt wahrzunehmen.
- Vielleicht ist noch nicht Dein großes Ziel erreicht – aber Du hast etwas getan, was Du Dich vor einigen Monaten noch nicht getraut hättest.
- Vielleicht ist eine neue Möglichkeit aufgetaucht.
- Vielleicht hast Du eine Grenze gesetzt.
- Vielleicht hast Du eine Entscheidung getroffen.
- Vielleicht reagierst Du auf eine alte Situation plötzlich anders.
Auch das sind Veränderungen. Nimm sie wahr. Freu Dich darüber. Und erlaube Dir, sie als Erfolg anzuerkennen.
7. Handle – und lerne Deiner Intuition zu vertrauen
Dieser Punkt wird beim „Gesetz der Anziehung“ manchmal unterschätzt:
Nur wünschen reicht nicht.
Wenn sich Deine innere Haltung verändert, kann sich auch Deine Wahrnehmung verändern. Du bemerkst möglicherweise Möglichkeiten, Menschen, Informationen oder Ideen, die Du vorher übersehen hättest. Dann kommt der entscheidende Schritt:
Handle.
- Schreib die E-Mail.
- Führe das Gespräch.
- Melde Dich für das Seminar an.
- Entwickle die Idee weiter.
- Bewirb Dich.
Mach den ersten kleinen Schritt. Dabei kann auch Intuition eine Rolle spielen. Nicht als unfehlbare innere Stimme, sondern als Wahrnehmung dessen, was sich für Dich stimmig anfühlt. Je weniger Angst, alte Überzeugungen und innere Widerstände Deine Wahrnehmung überlagern, desto leichter kann es werden, diese feinen Impulse überhaupt wahrzunehmen.
EFT und das „Gesetz der Anziehung“ – wo liegt die eigentliche Stärke?
Vielleicht gibt es ein universelles „Gesetz der Anziehung“. Vielleicht lässt sich vieles davon auch über Wahrnehmung, Erwartungen, emotionale Muster und Verhalten erklären. Für die praktische EFT-Arbeit muss diese Frage gar nicht abschließend beantwortet werden. Viel spannender ist:
Was geschieht in Dir, wenn Du Dir vorstellst, Dein wirklich wichtiges Ziel tatsächlich zu erreichen?
Genau dort liegen häufig die wertvollsten Hinweise. Wenn Du bei der Vorstellung Deines Erfolgs Freude und Begeisterung empfindest – wunderbar. Wenn Angst, Zweifel, Widerstand oder ein spontanes „Das geht doch niemals!“ auftauchen – ebenfalls wunderbar. Denn jetzt weißt Du, womit Du arbeiten kannst.
So wird aus positivem Denken etwas wesentlich Konkreteres: Du beschäftigst Dich mit den emotionalen Hindernissen zwischen Deinem heutigen Erleben und dem Zustand, den Du erreichen möchtest. Und manchmal verändert sich dadurch tatsächlich erstaunlich viel – zunächst in Dir und daraus folgend möglicherweise auch in Deinem Handeln und Deinem Leben.
Empfehlenswerte Bücher und Anregungen
Wenn Du Dich intensiver mit dem „Gesetz der Anziehung“ und seiner Verbindung zu EFT beschäftigen möchtest, findest Du unterschiedliche Ansätze unter anderem bei
Ulrich Görres: „Secret EFT“
Christian Reiland: „LOA – Das Gesetz der Anziehung“.
Bekannt geworden ist das Thema außerdem durch Esther und Jerry Hicks und die Abraham-Hicks-Lehren. Auch entsprechende Abraham Hicks Vortex-Gruppe (deutsch) und andere Communities können Anregungen geben. Nina Nell ist mit ihrem Euphoria eine weitere, empfehlenswerte Autorin.
Wie bei allen weitreichenden Erklärungsmodellen lohnt es sich dabei, das mitzunehmen, was Dir praktisch hilfreich erscheint, ohne daraus den Anspruch abzuleiten, dass Menschen für Krankheit, Unglück oder andere belastende Lebensereignisse durch ihre Gedanken oder Gefühle selbst verantwortlich seien.
Für die Arbeit mit EFT besonders interessant ist außerdem Gary Craigs Konzept vom:
Palast der Möglichkeiten
Damit beschäftigen wir uns im nächsten Teil dieser Reihe.
Zum Anfang: Erfolgsblockaden lösen, Teil 1: Glaubenssätze
Nächster Teil: Erfolgsblockaden lösen, Teil 3 – Der „Palast der Möglichkeiten“ (wird veröffentlicht am 21.08.2026)
Diese und andere spannende EFT-Ansätze lernst Du durch anschauliche Demonstrationen, eingängige Erklärungen und professionell begleitetes Üben im EFT Klopfakupressur Modul 4.
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