
Einschränkende Glaubenssätze mit EFT entmachten
Kennst Du das? Eigentlich weißt Du genau, was zu tun wäre – und trotzdem hält Dich etwas zurück. Du schiebst wichtige Aufgaben auf, traust Dich nicht, einen neuen Schritt zu gehen oder sabotierst Dich immer wieder selbst. Viele Menschen sprechen dann von einer Erfolgsblockade.
Hinter solchen Blockaden stehen oft keine mangelnden Fähigkeiten oder fehlendes Wissen, sondern tief verankerte Glaubenssätze. Sie wirken meist unbewusst und beeinflussen, wie wir denken, fühlen und handeln.
Die gute Nachricht: Solche einschränkenden Überzeugungen lassen sich erkennen und häufig auch verändern. EFT kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein.
Was sind Glaubenssätze überhaupt?
Glaubenssätze sind innere Überzeugungen darüber,
- wer wir sind,
- was möglich ist,
- wie andere Menschen sind,
- wie die Welt funktioniert.
Sie entstehen nicht dadurch, dass wir sie bewusst auswählen. Vielmehr entwickeln sie sich aus unseren Erfahrungen – angefangen in der Kindheit durch Eltern, Familie und Schule bis hin zu den vielen positiven und belastenden Erlebnissen unseres späteren Lebens.
Ohne solche automatischen Überzeugungen könnten wir kaum funktionieren. Unser Gehirn müsste jede Kleinigkeit neu entscheiden.
Warum unser Gehirn auf Automatismen angewiesen ist
Stell Dir vor, Du müsstest beim Autofahren jede einzelne Handlung bewusst planen:
„Jetzt den rechten Blinker einschalten. Lenkrad leicht drehen. Geschwindigkeit anpassen. Spiegel kontrollieren. Schulterblick…“
Autofahren wäre kaum möglich.
Erst durch viele Wiederholungen werden diese Abläufe automatisch. Genau deshalb übt man sie in der Fahrschule so intensiv.
Ähnlich verhält es sich mit Glaubenssätzen. Sie sind ebenfalls automatische Programme, die unser Verhalten steuern – allerdings nicht nur beim Autofahren, sondern in nahezu allen Lebensbereichen.
Wir handeln oft emotional – und begründen es anschließend logisch
Viele Menschen sind überzeugt, sie würden ihre Entscheidungen ausschließlich rational treffen.
Interessanterweise zeigen Untersuchungen aus der Hirnforschung jedoch etwas anderes. Moderne bildgebende Verfahren legen nahe, dass emotional relevante Hirnareale häufig bereits aktiv werden, bevor bewusste Überlegungen einsetzen. Das spricht dafür, dass Gefühle bei vielen Entscheidungen eine wichtige Rolle spielen und der Verstand anschließend oft eine schlüssige Begründung liefert.
Diese Erkenntnisse bedeuten nicht, dass Vernunft unwichtig wäre. Vielmehr arbeiten Emotionen und Denken eng zusammen. Gerade deshalb können tief verankerte Überzeugungen unser Verhalten stärker beeinflussen, als uns bewusst ist.
Warum manche Glaubenssätze uns ausbremsen
Viele Glaubenssätze sind hilfreich:
- „Ich kann Neues lernen.“
- „Fehler gehören zum Lernen.“
- „Ich finde meistens eine Lösung.“
Andere dagegen können uns einschränken, zum Beispiel:
- „Ich bin nicht gut genug.“
- „Ich darf keine Fehler machen.“
- „Erfolg ist nur etwas für andere.“
- „Wer viel Geld hat, ist unehrlich.“
- „Ich bin einfach nicht der Typ dafür.“
- „Männer sind …“
- „Frauen sind …“
Solche Überzeugungen können dazu führen, dass wir Chancen gar nicht erst wahrnehmen oder uns selbst immer wieder im Weg stehen. Oft bemerken wir sie erst an unseren Reaktionen:
- wiederkehrende Selbstzweifel,
- Aufschieben wichtiger Aufgaben,
- Angst vor Veränderungen,
- Schwierigkeiten, eigene Ziele konsequent zu verfolgen,
- immer wieder ähnliche Konflikte.
In der EFT-Ausbildung sprechen wir in diesem Zusammenhang häufig auch über Widerstände und Blockaden (früher auch als Psychische oder Psychologische Umkehrungen – PUs bezeichnet). Dahinter können sich ebenfalls tief verankerte, einschränkende Überzeugungen verbergen.
Warum Glaubenssätze so schwer zu erkennen sind
Das Schwierige ist: Glaubenssätze fühlen sich meist nicht wie Meinungen an, sondern wie Tatsachen. Wer überzeugt ist: „Ich bin nicht gut genug.“, erlebt diesen Satz oft nicht als Gedanken, sondern als Realität. Deshalb braucht es manchmal etwas Detektivarbeit. Fragen wie diese können helfen:
- Welche Situationen wiederholen sich immer wieder?
- Was denke ich unmittelbar vor einer schwierigen Situation?
- Welcher Satz beginnt häufig mit „Ich bin …“, „Ich muss …“, „Ich darf nicht …“ oder „Andere sind …“?
Allein das Erkennen eines solchen Glaubenssatzes kann bereits ein wichtiger erster Schritt sein.
Einschränkende Glaubenssätze mit EFT bearbeiten
Wenn Du einen einschränkenden Glaubenssatz identifiziert hast, kannst Du ihn mit EFT ähnlich bearbeiten wie einen emotionalen Aspekt. Dabei dient der Glaubenssatz selbst als Formulierung während des Klopfens. Das bewährte Vorgehen:
1. Den Glaubenssatz bestimmen
Formuliere möglichst konkret den Satz, der Dich innerlich ausbremst – so, wie Du ihn jetzt gerade erfassen kannst.
Zum Beispiel: „Ich bin nicht gut genug.“
2. Die emotionale Überzeugung einschätzen
Frage Dich: Wie wahr fühlt sich dieser Satz im Moment an?
Bewerte Deine Überzeugung auf einer Skala von 0 bis 10.
3. Einstimmungssequenz
Klopfe den Handkantenpunkt und sprich dreimal:
„Obwohl ich glaube, dass ich nicht gut genug bin, akzeptiere ich mich voll und ganz.“
Passe den Satz selbstverständlich an Deinen eigenen Glaubenssatz an.
4. Klopfsequenz
Klopfe anschließend die EFT-Punkte und wiederhole dabei den Glaubenssatz so, wie er sich jtzt im Moment anfühlt.
5. Erneut bewerten
Wie wahr fühlt sich dieser Glaubenssatz jetzt noch an – zwischen 0 und 10?
Auch wenn sich der Wert nur teilweise verändert, kann das bereits ein Hinweis darauf sein, dass sich etwas in Deinem Erleben bewegt.
Veränderung braucht manchmal mehrere Schritte
Manche Glaubenssätze lösen sich überraschend schnell. Andere sind über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte entstanden und bestehen aus zahlreichen Erfahrungen.
Es geht deshalb nicht darum, sich einen neuen Glaubenssatz einfach einzureden, sondern die emotionale Grundlage einer belastenden Überzeugung Schritt für Schritt zu verändern. Oft wird anfangs nur der Satz variiert und angepasst. Manchmal kommen plötzlich auch ganz neue Glaubenssätze hoch.
Es können auch weitere Erinnerungen, Gefühle oder belastende Erlebnisse auftauchen, die sich anschließend ebenfalls mit EFT bearbeiten lassen. Genau darin liegt häufig die eigentliche Tiefe des Prozesses.
Fazit
Einschränkende Glaubenssätze gehören zu den häufigsten Ursachen dafür, dass Menschen hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Sie wirken meist unbewusst und beeinflussen Entscheidungen, Gefühle und Verhalten oft stärker, als wir vermuten.
Wer lernt, solche inneren Überzeugungen zu erkennen und mit EFT zu bearbeiten, kann häufig mehr innere Freiheit entwickeln und neue Handlungsmöglichkeiten entdecken. Das ersetzt zwar keine notwendige medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber ein hilfreicher Baustein in der persönlichen Entwicklung sein.
Ausblick
Im nächsten Teil geht es um ein Thema, das immer wieder kontrovers diskutiert wird:
Erfolgsblockaden lösen – Teil 2: Das „Gesetz der Anziehung“ – mit EFT bewusst gestalten (wird veröffentlicht am 21.08.2026)
Diese und viele weitere fortgeschrittene EFT-Strategien lernst Du durch spannende Demonstrationen, leicht verständliche Erklärungen und professionell begleitetes Üben im EFT Klopfakupressur Modul 4.
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