Tipp der Woche: Das Apex-Problem – Wenn reale EFT-Erfolge angezweifelt werden

Kennst Du das? Eine Klientin oder ein Klient erlebt während einer EFT-Anwendung eine deutliche emotionale Erleichterung. Die Belastung nimmt sichtbar ab, die Stimmung verändert sich, vielleicht verschwinden sogar langjährige Ängste oder innere Anspannung. Doch einige Tage später heißt es plötzlich:

„Eigentlich glaube ich gar nicht, dass das Klopfen geholfen hat. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich einfach darüber nachgedacht habe.“

Oder:

„Vielleicht wäre das Problem sowieso verschwunden.“

Dieses Phänomen ist in der EFT-Welt seit vielen Jahren bekannt und trägt einen besonderen Namen: das Apex-Problem.

Was bedeutet „Apex“?

Das Wort Apex stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Spitze, Scheitelpunkt, Gipfel oder Kuppe.

Der amerikanische Psychotherapeut Dr. Roger Callahan, Begründer der Thought Field Therapy (TFT), prägte den Begriff, um eine interessante Beobachtung zu beschreiben:

Menschen neigen manchmal dazu, den eigentlichen Grund für eine positive Veränderung im Nachhinein umzudeuten. Obwohl die Veränderung unmittelbar nach einer erfolgreichen Klopf-Sitzung eingetreten ist, wird sie später anderen Ursachen zugeschrieben.

Warum passiert das?

Unser Gehirn versucht ständig, Erlebnisse sinnvoll einzuordnen. Besonders dann, wenn eine Veränderung überraschend schnell eintritt, passt sie manchmal nicht zu den bisherigen Überzeugungen.

Viele Menschen sind gewohnt zu denken:

  • Große Probleme brauchen lange Zeit.
  • Tiefe emotionale Verletzungen können nicht in wenigen Minuten leichter werden.
  • Veränderungen müssen anstrengend sein.

Wenn dann eine spürbare Erleichterung nach wenigen Klopfrunden eintritt, entsteht bei manchen Menschen ein innerer Widerspruch. Um diesen aufzulösen, sucht das Gehirn nach einer anderen Erklärung.

Das Ergebnis: Der tatsächliche Auslöser wird unbewusst heruntergespielt.

Ein alltägliches Beispiel

Stell Dir vor, jemand leidet seit Jahren unter Lampenfieber. Während einer EFT-Sitzung sinkt die Belastung deutlich. Einige Tage später hält die Person einen Vortrag und erlebt sich erstaunlich ruhig. Anstatt den Zusammenhang mit der Klopfakupressur zu sehen, könnte sie sagen:

„Ich hatte diesmal einfach ein netteres Publikum.“

Oder:

„Ich war einfach nur besser vorbereitet.“

Natürlich können auch solche Faktoren eine Rolle spielen. Das Apex-Problem beschreibt jedoch die Tendenz, die zeitlich naheliegende und erlebte Veränderung gar nicht mehr als mögliche Erklärung in Betracht zu ziehen.

Gary Craig empfahl eine gute Vorbereitung

Gary Craig, Entwickler von Emotional Freedom Techniques (EFT), hat dieses Phänomen häufig beobachtet. Sein bekannter Satz lautet sinngemäß:

„Wenn Menschen genügend auf die Wirkung von EFT vorbereitet wurden, landen sie nicht im Apex.“

Damit meinte er: Wer bereits vor einer Sitzung versteht, dass schnelle emotionale Veränderungen möglich sind, kann sie anschließend leichter akzeptieren und einordnen.

Was bedeutet das für die Praxis?

Für EFT-Anwender ist das Apex-Problem ein wichtiger Hinweis. Es lohnt sich, Klienten bereits vor der Anwendung darauf vorzubereiten, dass Veränderungen manchmal überraschend deutlich und schnell eintreten können.

Ebenso hilfreich kann es sein, die Belastung vor und nach einer Klopfrunde gemeinsam einzuschätzen oder wichtige Veränderungen zu dokumentieren. So wird die Entwicklung für den Klienten nachvollziehbarer und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass der eigene Fortschritt später unbewusst relativiert wird.

Eine interessante Erkenntnis

Das Apex-Problem bedeutet nicht, dass Menschen absichtlich etwas leugnen. Vielmehr zeigt es, wie stark unsere bisherigen Überzeugungen beeinflussen können, wie wir Veränderungen bewerten. Gerade deshalb ist es hilfreich, offen für neue Erfahrungen zu bleiben und eigene Fortschritte bewusst wahrzunehmen – auch dann, wenn sie schneller eintreten als erwartet.

Diese und andere spannende EFT-Ansätze lernst Du durch anschauliche Demonstrationen, verständliche Erklärungen und professionell begleitetes Üben im EFT Klopfakupressur Modul 2.