Tipp der Woche: Die Frage nach der Emotion

Es kommt oft vor, dass jemand in meiner Praxis, ein Teilnehmer in meinen Seminaren oder bei den Demos bei der Benennung seiner Emotionen Schwierigkeiten hat.

Das ist auch nicht weiter verwunderlich, weil sich kaum jemand vor seinem ersten Kontakt mit EFT Klopfakupressur so differenziert mit der Benennung seiner Emotionen beschäftigt hat. Entsprechend ist dann natürlich auch der Wortschatz hierzu nicht allzu groß.

Also neigt man dann als Coach, Therapeut oder Trainer Vorschläge zu machen, in denen sich die Klienten, Coachees, Patienten oder Teilnehmer wiederfinden können. Dabei mache ich niemals nur einen Vorschlag, selbst wenn ich schon ahne, um welche Emotion es geht. Die Leute müssen die Emotion selbst spüren können, sonst kommt man damit nicht weit. Ich mache aus diesem Grunde immer mehrere Vorschläge.

Nun gibt es aber über 400 Emotionsbegriffe (A. O. Hamm, 2003). Die kann man natürlich nicht alle vorschlagen 😉 Da stellt sich also die Frage nach den Grundemotionen. Darüber haben schon viele nachgedacht.

Paul Ekman z. B. hat 7 Basisemotionen empirisch nachgewiesen, die kulturunabhängig erkannt werden: Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung. Zur Klassifikation hat Ekman das Facial Action Coding System (FACS) entwickelt (M. v. Salisch, 1988).

Martin Dornes (1995) beschreit 9 Basisemotionen, aus einer rein individualpsychologischen Sicht: Freude, Interesse-Neugier, Überraschung, Ekel, Ärger, Traurigkeit, Furcht, Scham und Schuld.

Dann gibt es noch die Clusteranalyse von Emotionsbegriffen nach Schmidt-Atzert und Ströhm (1983). Diese haben Probanden aus 56 Emotionsbegriffen Zusammenhänge definieren lassen und kommen so zu 14 Emotionsklassen: Abneigung, Ärger, Neid, Frustration, Langeweile, Angst, Erregung, Unruhe, Traurigkeit, Scham, Freude, Stolz, Zuneigung und Überraschung.
http://www.br-online.de/…/televizion/24_2011_1/Kinateder.pdf, Abbildung 2

Weniger Bedeutung, aufgrund fehlender empirischer Nachweise, konnte Plutchiks Rad der Emotionen (1962) gewinnen. Dieser definiert 8 Grundemotionen als Gegensatzpaare: Freude – Traurigkeit, Erwartung – Überraschung, Abneigung – Vertrauen, Groll – Angst. Zu diesen beschreibt er dann verschiedene Intensitäten (z. B. Besorgnis -> Angst -> Schrecken oder Gelassenheit -> Freude -> Ekstase). Alle anderen Emotionen seien Kombinationen dieser acht Primäremotionen indem sich ähnliche (benachbarte) oder unähnliche (nicht direkt benachbarte Emotionen) mischen. https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Plutchik#

Auffällt, dass immer deutlich mehr negative (belastende) Emotionen als positive (förderliche) beschrieben werden …

In meiner Praxis- und Seminararbeit benutze ich immer so 2-3 naheliegende Vorschläge aus diesen 9 Emotionsgruppen: Angst, Wut, Trauer, Scham und Schuld, Verachtung, Ekel, Neid, Überraschung. Aus diesen Vorschlägen kann jeder einen Emotionsbegriff für sich entwickeln, den er am Ende auch tatsächlich FÜHLEN kann.

Beim Choices-Protokoll oder bei der EFT-Arbeit mit Affirmationen nehme ich Vorschläge aus diesen 9 Emotionsgruppen: Freiheit, Gelassenheit, Vertrauen, Freude und Liebe, Akzeptanz / Respekt, Bewunderung, Erwartung, Neugier. Beim Thema Akzeptanz / Respekt sage ich gerne, dass selbst wenn Du etwas nicht akzeptieren kannst, versuche den anderen doch wenigstens zu respektieren …

Ich formuliere meine Vorschläge am liebsten so: „Geht es vielleicht so etwa in Richtung …, …, … oder so ähnlich?“, um die Freiheit zu lassen, den für sich eigenen Emotionsbegriff zu finden. Wichtig sind ja schlussendlich nur die Begriffe, die Du auch wirklich FÜHLEN kannst.

Hier gibt es noch ganz lange Listen, mit gaaaanz vielen Emotionen: https://www.facebook.com/download/preview/1636232399965340

Viel Erfolg, Hans-Hermann Baertz

Mehr Tipps und Kniffe zur erfolgreichen Arbeit mit EFT Klopfakupressur gibt’s in unseren EFT Klopfakupressur Seminaren.