
Was wurde untersucht?
Sexualität ist bei Multipler Sklerose ein wichtiges, aber oft stilles Thema. Eine neue Studie aus der Türkei untersuchte, ob EFT Frauen mit MS dabei unterstützen kann, mit sexuellen Schwierigkeiten und Selbstfürsorge bewusster umzugehen.
An der Studie nahmen 16 Frauen zwischen 19 und 49 Jahren teil. Sie erhielten über mehrere Wochen EFT-Sitzungen und führten zusätzlich kurze Affirmationsübungen durch. Gemessen wurde vor allem mit dem MSISQ-19, einem Fragebogen zu Intimität und Sexualität bei MS, sowie mit einem Fragebogen zum Selbstfürsorge-Management bei chronischen Erkrankungen.
Die Ergebnisse waren ermutigend
In allen drei Bereichen sexueller Belastung zeigten sich nach der EFT-Anwendung signifikante Verbesserungen. Besonders interessant ist, dass die besten Werte in der siebten Woche erreicht wurden. Auch im Bereich sozialer Unterstützung und sozialer Selbstfürsorge zeigte sich eine positive Entwicklung.
Die Studie war klein, hatte keine randomisierte Kontrollgruppe und kann deshalb keine endgültigen Beweise liefern. Die Autoren selbst betonen, dass größere kontrollierte Studien nötig sind. Trotzdem ist die Arbeit spannend, weil sie ein sensibles Thema aufgreift, das in der Versorgung von Frauen mit MS leicht übersehen wird.
Was diese Studie zeigt
Klopftechniken werden zunehmend auch in Bereichen untersucht, in denen körperliche, emotionale und soziale Belastungen eng miteinander verbunden sind. EFT erscheint hier nicht als Ersatz medizinischer Behandlung, sondern als mögliche ergänzende Selbsthilfe-Methode, die Frauen darin unterstützen kann, mehr innere Stabilität, Körperwahrnehmung und Selbstfürsorge zu entwickeln.
Quelle: Çuvadar, A., Günes, A., Çuvadar Baş, Y., & Kehaya, S. (2025). Determining the Effects of Emotional Freedom Techniques on Sexual Dysfunction and Self-Care Management in Women Diagnosed With Multiple Sclerosis. Brain and Behavior, 15(6), e70635.
Weitere wissenschaftliche Studien…
Wichtig: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (EFT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.