
Eine neue randomisierte kontrollierte Studie aus der Onkologie in der Osttürkei macht aufmerksam
70 Krebspatienten wurden zufällig entweder einer EFT-Gruppe oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. Die EFT-Gruppe erhielt vier strukturierte Sitzungen à 30 Minuten innerhalb von zwei Wochen, durchgeführt von einem zertifizierten EFT-Praktiker. Die Kontrollgruppe bekam die übliche Routineversorgung. Erfasst wurden Schmerzen mit einer visuellen Analogskala und depressive Belastung mit dem Beck-Depressions-Inventar – jeweils vor und nach der Intervention.
Das Ergebnis klingt bemerkenswert
In der EFT-Gruppe sanken die Schmerzwerte im Durchschnitt von 4,82 auf 2,44. In der Kontrollgruppe gingen sie zwar ebenfalls etwas zurück, aber deutlich geringer und statistisch nicht signifikant. Auch bei der depressiven Belastung zeigte sich ein klarer Unterschied:
In der EFT-Gruppe fiel der Mittelwert von 31,44 auf 18,44, während er in der Kontrollgruppe von 27,94 auf 31,42 anstieg. Die Autoren kommen deshalb zu dem Schluss, dass EFT in dieser Untersuchung mit einer deutlichen Verringerung von Schmerzen und depressiver Belastung verbunden war.
Der Wert der Studie
Diese Studie ist vor allem deshalb spannend, weil hier nicht nur Stress oder allgemeines Wohlbefinden betrachtet wurden, sondern zwei besonders relevante Belastungsbereiche im Krebs-Kontext: körperlicher Schmerz und seelische Niedergeschlagenheit.
Die Studie zeigt damit, dass Klopfakupressur auch in einem medizinisch anspruchsvollen Umfeld als begleitende, nicht-medikamentöse Maßnahme untersucht wird. Sie ersetzt keine onkologische Behandlung, kann aber möglicherweise eine zusätzliche Unterstützung sein. Genau das ist der faire und interessante Punkt dieser Arbeit.
Gleichzeitig lohnt sich ein nüchterner Blick
Es handelt sich um eine einzelne Studie mit 70 Teilnehmenden aus einem einzigen Krankenhaus. Die Intervention dauerte nur zwei Wochen, und in der frei zugänglichen Vorschau ist kein Langzeit-Follow-up beschrieben. Das schmälert den positiven Befund nicht, zeigt aber, wie man ihn sinnvoll einordnet: als ermutigendes Signal, nicht als letztes Wort.
Gerade darin liegt der praktische Wert solcher Forschung
Sie kann Motivation geben. Nicht im Sinne eines Heilversprechens, sondern als Hinweis darauf, dass einfache, strukturierte Selbsthilfetechniken auch unter schwierigen Bedingungen ernsthaft wissenschaftlich untersucht werden – und dabei in dieser Studie klar positive kurzfristige Ergebnisse gezeigt haben.
Quelle: Kaplan, M., & Çelik, H. (2025). The effect of the Emotional Freedom Technique (EFT) on pain and depression in cancer patients: a randomized controlled trial. Supportive Care in Cancer, 33, 749.
Weitere wissenschaftliche Studien…
Wichtig: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (EFT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.