
Wie gut ist EFT/Klopfakupressur bei Angst wissenschaftlich untersucht? Eine neue systematische Übersichtsarbeit von Choi, Sung und Lee aus dem Jahr 2025 fasst dazu randomisierte kontrollierte Studien zusammen.
Was untersucht wurde
Die Forschenden suchten in neun Datenbanken nach Studien bis Februar 2025. Eingeschlossen wurden sieben randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 506 Teilnehmenden. Untersucht wurde EFT als eigenständige Methode. Die Vergleichsgruppen erhielten entweder keine Behandlung oder andere Verfahren wie unterstützende Gespräche, Atemtherapie, Progressive Muskelentspannung oder Kognitive Verhaltenstherapie.
Das Ergebnis ist interessant
In allen sechs Studien, in denen EFT mit keiner Intervention verglichen wurde, zeigten sich deutliche Verbesserungen zugunsten von EFT. Im Vergleich mit aktiven Methoden schnitt EFT ähnlich oder teilweise besser ab als Atemtherapie und Progressive Muskelentspannung. Gegenüber Kognitiver Verhaltenstherapie zeigte sich jedoch kein klarer Vorteil.
Besonders wichtig: Die Studie spricht von EFT als „vielversprechender und sicherer komplementärer Intervention“. Gleichzeitig bleiben die Autor:innen vorsichtig. Die untersuchten Studien waren unterschiedlich aufgebaut, die Dauer reichte von einer einzelnen Sitzung bis zu 56 Sitzungen, und viele Ergebnisse beruhten auf Selbstauskünften. Deshalb lassen sich aus dieser Übersichtsarbeit keine endgültigen Aussagen ableiten.
Trotzdem ist die Arbeit ermutigend. Sie zeigt, dass EFT bei emotionaler Belastung und innerer Anspannung wissenschaftlich zunehmend ernst genommen wird. Für Anwender und Profis kann sie ein weiterer Hinweis darauf sein, EFT verantwortungsvoll als Selbsthilfe- und Begleitmethode einzusetzen – klar, nüchtern und ohne Heilversprechen.
Quelle: Choi, S. H., Sung, S.-H., & Lee, G. (2025). Emotional Freedom Techniques for Anxiety Disorders: A Systematic Review. Healthcare, 13(17), 2180.
Weitere wissenschaftliche Studien…
Wichtig: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (EFT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.