Tipp der Woche: Grundlagen Psychotraumatologie 7

Ausmaß der Traumatisierung

Das Risiko einer Trauma-Folgestörung und der Schweregrad der Erkrankung hängen von verschiedenen Faktoren ab:

Risiko- und Schutzfaktoren

Risikofaktoren stellen

  • frühere Traumatisierungen,
  • ein junges Alter zum Zeitpunkt der Traumatisierung,
  • Grad der Bildung oder Geschlecht

dar. Allerdings sind diese Faktoren in weitaus geringerem Maße beteiligt an einer späteren Traumatisierung als die Art der Ereignisse und die beeinflussenden Faktoren nach der eigentlichen Traumatisierung.

Ereignisfaktoren

Je schwerer die belastende Situation (z. B. Schadensausmaß oder Anzahl der Toten), desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Trauma-Folgestörung. Außerdem ist sie bei länger andauernden und wiederholten Traumata größer als bei einmaligen. Eine Traumatisierung, die durch ein eher kurzes und einmaliges Ereignis verursacht wurde, wird als Typ I-Trauma und ein länger anhaltendes und wiederholtes Trauma wird als Typ II-Trauma bezeichnet.

Außerdem wirkt ein von Menschen verursachtes Trauma (zum Beispiel Vergewaltigung, Folter) schlimmer als ein Unglückstrauma (z. B. Naturkatastrophen, Autounfälle). Bei kindlichem sexuellen Missbrauch fand man heraus, dass Frauen, die von ihren eigenen Vätern vergewaltigt worden waren, meist depressiver waren und dass solche, denen die Übergriffe als Zeichen von Zuneigung dargestellt wurden, stärker ausgeprägte Symptome hatten.

Persönliche Faktoren

Für die Folgewirkungen des traumatisierenden Ereignisses ist nicht nur die äußere (objektive) Intensität des erlebten Ereignisses, sondern insbesondere die innere (subjektive) Wahrnehmung wichtig. Darüber hinaus erkranken sehr junge Menschen und ältere Menschen mit einer größeren Wahrscheinlichkeit. Im mittleren Alter ist die Wahrscheinlichkeit am niedrigsten.

Initiale Reaktion

Die Reaktion des Opfers noch während des traumatischen Ereignisses oder unmittelbar danach lässt nur in bedingtem Maße eine Vorhersage der Schwere der Trauma-Folgestörungen zu. Konnte sich der Mensch beispielsweise während einer Vergewaltigung oder während der Folter noch ein geringes Gefühl der Autonomie bewahren, so waren die Symptome weniger ausgeprägt als bei anderen, deren Mitglieder sich selber aufgegeben haben. Kommt es zur Dissoziation (Derealisations- und Depersonalisationsphänomene) noch während des traumatisierenden Ereignisses, nimmt das Trauma-Ausmaß zu.

Positiv förderliche Faktoren (Ressourcen)

Die Unterstützung durch das soziale Umfeld und die Anerkennung als Opfer können einen positiven Einfluss auf den Verlauf einer posttraumatischen Belastungsstörung haben. Ebenso ist es hilfreich, wenn die Traumatisierten die Möglichkeit einer sozialen Einbettung haben und über das Erlebte reden können (Disclosure).

Als Kohärenzsinn wird ein von Aaron Antonovsky (1987) entwickeltes psychisches Phänomen bezeichnet. Er meint die Fähigkeit, das traumatische Ereignis mental einzuordnen, zu verstehen und ihm einen Sinn geben zu können. Berichte von Überlebenden der Konzentrationslager weisen darauf hin, dass eine derartige aktive Geisteshaltung für die Bewältigung hilfreich war.

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