
Viele Menschen sind nach einer Krebsdiagnose medizinisch zwar gut versorgt, innerlich aber noch lange nicht wirklich entlastet. Genau hier setzte diese randomisierte kontrollierte Studie an: Untersucht wurde, ob Clinical EFT als Selbsthilfe-Methode Menschen mit überstandenem Melanom emotional unterstützen kann – und ob Gruppen- oder Einzeltraining dabei einen Unterschied machen.
Was wurde untersucht?
An der Studie nahmen 53 Erwachsene teil, die mindestens sechs Monate zuvor ein kutanes Melanom diagnostiziert bekommen hatten, nicht mehr in aktiver Behandlung waren und sich in der Nachsorge befanden. Sie wurden per Zufall auf drei Bedingungen verteilt: EFT in der Gruppe, EFT im Einzelsetting oder Wartelisten-Kontrollgruppe. Die beiden EFT-Gruppen erhielten vier Wochen lang jeweils einmal pro Woche 90 Minuten Anleitung und sollten zusätzlich täglich selbst üben. Erfasst wurden die Werte vor Beginn, direkt nach den vier Wochen und noch einmal drei Monate später. Die Studie war vorregistriert und als randomisierte kontrollierte Untersuchung angelegt.
Wie lief das EFT inhaltlich ab?
Die EFT-Sitzungen waren nicht allgemein gehalten, sondern thematisch klar aufgebaut. In der ersten Sitzung ging es um belastende Lebensereignisse, in der zweiten um ein konkret ausgewähltes emotionales Erlebnis, in der dritten um Ängste rund um das Melanom und in der vierten um Gefühle zur Erkrankung und zum Heilungsprozess. Dabei wurde manualgetreu gearbeitet; die Anleitung orientierte sich ausdrücklich an Clinical EFT.
Was kam heraus?
Die wichtigste Stärke der Studie liegt darin, dass sie nicht einfach pauschal „große Wirkungen“ behauptet. Tatsächlich fielen die Ergebnisse gemischt aus. In beiden EFT-Gruppen verbesserten sich jedoch zwei Bereiche statistisch signifikant: erstens das Verständnis der Teilnehmer, was sie selbst zur Verringerung eines Wiedererkrankungsrisikos beitragen können, und zweitens ihr spirituelles Wohlbefinden. Zusätzlich sanken die subjektiven Belastungswerte während der EFT-Sitzungen deutlich.
Bemerkenswert ist auch: Gruppen- und Einzeltraining schnitten insgesamt ähnlich ab. Das ist praktisch relevant, weil Gruppenangebote mehr Menschen mit weniger Zeitaufwand erreichen können. Gleichzeitig war die Zufriedenheit hoch: Mehr als 80 % berichteten über positive Veränderungen und Zufriedenheit, und fast alle würden EFT Menschen in einer ähnlichen Situation weiterempfehlen.
Was bedeutet das für die Praxis?
Die Studie spricht dafür, dass EFT für Menschen nach einer Melanom-Erkrankung eine gut akzeptierte, nicht invasive Selbsthilfe-Ergänzung sein kann – vor allem zur emotionalen Entlastung im Moment, zur inneren Orientierung und zur Stärkung des subjektiven Wohlbefindens. Gerade weil nicht alle Messwerte besser wurden, wirkt die Arbeit in ihrer Aussage eher nüchtern als übertrieben. Das macht sie für Interessierte besonders wertvoll.
Quelle: Lazarov, A. (2025). The Effectiveness of Group and Individual Training in Emotional Freedom Techniques for Patients in Remission from Melanoma: A Randomized Controlled Trial. Healthcare, 13(12), 1420.
Weitere wissenschaftliche Studien…
Wichtig: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (EFT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.