Studie: F.A.S.T. – humanitäre Erste Hilfe für Stress und Trauma

Wie kann psychosoziale Unterstützung schnell, sicher und würdevoll gelingen – gerade dort, wo klassische Therapie nicht verfügbar oder sogar überfordernd wäre? Genau dieser Frage widmet sich die vorliegende Arbeit zu F.A.S.T. (First Aid for Stress and Trauma). Beschrieben wird kein Therapieverfahren im engeren Sinn, sondern ein humanitärer, trauma-informierter Praxisrahmen, der auf körperbasierte Regulation, Sicherheit und Selbst- sowie Peer-Hilfe setzt.

Was ist F.A.S.T.?

F.A.S.T. wurde gemeinsam mit Menschen entwickelt, die Krieg, Gewalt, Flucht oder andere extreme Belastungen erlebt haben. Im Mittelpunkt steht nicht das Erzählen traumatischer Inhalte, sondern die sofortige Unterstützung des Nervensystems, um Übererregung zu reduzieren und wieder mehr innere Stabilität zu ermöglichen. Die Autor:innen betonen ausdrücklich: keine unnötige Retraumatisierung, keine erzwungene Konfrontation, kulturelle Demut.

Zentrale theoretische Grundlagen

Der Ansatz verbindet mehrere etablierte Denkmodelle:

  • Polyvagal-informierte Regulation: Sicherheit wird neurophysiologisch erlebt, nicht kognitiv „überzeugt“.
  • Power-Threat-Meaning-Framework: Statt „Was stimmt nicht?“ steht die Frage im Vordergrund, was passiert ist und wie Menschen darauf reagiert haben.
  • Ex-juvantibus-Logik: Entscheidend ist, was sich in der Praxis als entlastend erweist.
  • Minimal-Exposition: Belastende Inhalte müssen nicht erneut aktiviert werden, um Regulation zu unterstützen.
  • Selbst- und Peer-Support: Methoden sollen weitergegeben und eigenständig genutzt werden können.

Die fünf Kernelemente von F.A.S.T.

Die Arbeit beschreibt F.A.S.T. als „lebendige Toolbox“ mit fünf Bausteinen:

  1. Trauma Tapping Technique (TTT) – rhythmisches Klopfen zur Unterstützung der autonomen Regulation.
  2. Lymphatische Atemtechniken – einfache Atem- und Bewegungsmuster zur Beruhigung.
  3. F.A.S.T.-adapted Self-Havening – strukturierte Selbstberührung zur Stabilisierung.
  4. Techniken bei Panikreaktionen – körperorientierte, begleitete De-Eskalatonsstrategien.
  5. Adaptive Methoden je nach Kontext – flexibel angepasst an Kultur, Situation und Ressourcen.

Mehr zu F.A.S.T. …

Einordnung für EFT- und Klopfakupressur-Interessierte

Für Anwender:innen von EFT/Klopfakupressur ist besonders relevant: F.A.S.T. ordnet Tapping-Methoden klar in einen ethischen und humanitären Rahmen ein. Ziel ist nicht „Behandlung“, sondern erste Stabilisierung und Unterstützung zur Selbstregulation. Die Autor:innen machen deutlich, dass F.A.S.T. komplementär zu medizinischer oder psychotherapeutischer Versorgung gedacht ist – nicht als Ersatz.

Quelle: Sandström, U., Hamne, G., & Hodgson, K. (2025). A Humanitarian Approach to Good Practice, Ethics and Efficacy: First Aid for Stress and Trauma (F.A.S.T.). PsyArXiv (Preprint).

Zur vollständigen Studie…

Weitere wissenschaftliche Studien…

Wichtig: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (TTT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.