Studie: Welche Bestandteile helfen wirklich bei Redeangst?

Was wirkt bei Redeangst wirklich? Eine Studie zerlegt eine energiepsychologische Methode in ihre Einzelteile

In den letzten Jahren haben mehrere Studien darauf hingewiesen, dass energiepsychologische Ansätze bei Rede- und Kommunikationsanspannung hilfreich sein können. Dazu zählen unter anderem Emotional Freedom Techniques (EFT) und Primordial Energy Activation and Transcendence (PEAT). In früheren Untersuchungen zeigte sich, dass solche Verfahren nach kurzen Interventionen eine deutliche Verringerung von Kommunikationsangst bewirken konnten.

Genau an diesem Punkt setzt diese an – allerdings mit einem wichtigen Fokus: Sie wollte nicht einfach bestätigen, dass PEAT wirkt, sondern gezielt untersuchen, welche Bestandteile dieser Methode möglicherweise entscheidend sind.

Was ist PEAT – einfach erklärt

PEAT ist ein Ansatz aus der Energiepsychologie, der davon ausgeht, dass emotionale Belastungen oft aus inneren Gegensätzen oder Spannungen entstehen – zum Beispiel zwischen „Ich will auftreten“ und „Ich habe Angst davor“.

In der ursprünglichen PEAT-Arbeit wird versucht, solche inneren Gegensätze:

  • bewusst wahrzunehmen,
  • gleichzeitig zu halten,
  • und durch einen Prozess der inneren Integration emotional zu entspannen.

Typischerweise kombiniert PEAT dabei:

  • kognitive Elemente (Aufmerksamkeit auf innere Zustände),
  • emotionale Selbstwahrnehmung,
  • und körperliche Komponenten, etwa Akupressur oder andere Formen von Körperfokus.

Die Grundidee ist, dass sich emotionale Anspannung lösen kann, wenn widersprüchliche innere Zustände nicht mehr „gegeneinander arbeiten“. Mehr zu PEAT…

Was wurde in dieser Studie konkret getestet?

Die Forschenden führten eine sogenannte „Dismantling-Studie“ durch. Das bedeutet:
Die Methode wurde bewusst zerlegt, um zu prüfen, ob einzelne Bestandteile allein schon wirksam sind.

Untersucht wurden drei Gruppen:

  1. Modifizierte PEAT-Variante mit Akupressur
    → Ein vereinfachter PEAT-Prozess, ergänzt durch ein körperliches Element.
  2. Modifizierte PEAT-Variante ohne Akupressur
    → Fokus auf innere Aufmerksamkeit und emotionale Prozesse, ohne körperliche Stimulation.
  3. Kontrollgruppe
    → Keine zusätzliche Methode, nur Teilnahme am regulären Rhetorik- bzw. Sprechkurs.

Alle Teilnehmenden befanden sich also im gleichen Lernumfeld, unterschieden sich aber darin, ob und welche zusätzliche Methode sie nutzten.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass EFT und PEAT als Gesamtverfahren nach kurzen Interventionen Kommunikationsangst deutlich senken können. Diese Studie stellt jedoch eine andere Frage:

  • Reicht ein einzelnes Element – etwa Akupressur oder innere Fokussierung – aus?
  • Oder braucht es die vollständige, unveränderte Methode, um Wirkung zu entfalten?

Zentrale Erkenntnis in diesem Zusammenhang

Die Studie fand keinen messbaren zusätzlichen Nutzen der beiden vereinfachten PEAT-Varianten im Vergleich zum Kurs allein. Das bedeutet nicht, dass PEAT oder andere energiepsychologische Methoden grundsätzlich unwirksam sind – sondern lediglich:

Die hier getesteten, bewusst vereinfachten Varianten zeigten in diesem Setting keinen klaren Zusatznutzen.

Die Autor:innen selbst weisen darauf hin, dass das Zerlegen der Methode ihre Wirksamkeit möglicherweise abgeschwächt hat – insbesondere im Vergleich zu früheren Studien, die vollständige EP-Protokolle untersucht hatten.

Einordnung

Die Studie bestätigt nicht frühere positive Ergebnisse zu EFT oder PEAT – sie widerlegt sie aber auch nicht.

Stattdessen zeigt sie, wie sensibel solche Methoden auf Rahmenbedingungen, Ablauf und Vollständigkeit reagieren können. Gleichzeitig unterstreicht sie die Bedeutung klassischer Faktoren wie Übung, Gewöhnung und Kursstruktur beim Abbau von Redeangst.

Quelle: Fitch III, J., Kimmel, K., Fairchild, J., & DiGirolamo, J. (2019). Dismantling an Energy Psychology Technique for Communication Apprehension: A Randomized Mixed Methods Trial. Energy Psychology, 11(2).

Zur vollständigen Studie…

Weitere wissenschaftliche Studien…

Wichtiger Hinweis: Die hier vorgestellte Methode der Energieüychologie (PEAT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.