Studie: Was kann eine einzige EFT-Sitzung bewirken?

Kann eine einzige EFT-Klopfakupressur-Sitzung helfen, nach einer Kränkung innerlich „weicher“ zu werden?

Eine 2025 veröffentlichte, vorregistrierte randomisierte Studie ist genau dieser Frage nachgegangen – mit einem klaren Fokus auf Vergebung und begleitende psychische Belastung direkt nach der Intervention.

Worum ging es in der Studie?

Die Forschenden wollten untersuchen, ob eine einzige, kurze, online angeleitete Selbst-EFT-Sitzung messbare Veränderungen in Bezug auf Vergebung und psychisches Erleben bewirken kann – im Vergleich zu einer Kontrollaufgabe.

Wichtig für die Einordnung: Die Teilnehmenden sollten sich bewusst nur auf eine kleinere, aktuelle Kränkung konzentrieren. Schwere Traumata oder tiefgreifende biografische Verletzungen waren ausdrücklich nicht Ziel der Intervention.

Wie lief das Experiment ab?

An der Studie nahmen 98 Erwachsene teil (überwiegend Frauen, Alter ca. 28–72 Jahre, vor allem aus Australien und den USA). Nach einem Online-Vortest wurden sie zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt:

EFT-Gruppe

Die Teilnehmenden erhielten:

  • eine kurze Video-Einführung (ca. 2,5 Minuten),
  • eine angeleitete Mitmach-Sequenz (ca. 4,5 Minuten),
  • sowie schriftliche Schritt-für-Schritt-Hinweise.

Sie fokussierten die erlebte Kränkung, nutzten einen klassischen Selbstakzeptanz-Setup-Satz und klopften anschließend die bekannten EFT-Punkte. Zwischendurch bewerteten sie ihre subjektive emotionale Intensität auf einer Skala von 0–10 und konnten bei Bedarf weitere Runden durchführen.

Kontrollgruppe

Die Kontrollgruppe bearbeitete eine emotional neutrale visuell-räumliche Denkaufgabe (58 Aufgaben), ohne emotionalen Bezug zum persönlichen Thema.

Im Anschluss füllten beide Gruppen dieselben Fragebögen erneut aus. Die gesamte Teilnahme dauerte etwa 35–40 Minuten.

Was wurde gemessen?

Vergebung wurde differenziert erfasst, unter anderem in Bezug auf:

  • Vermeidung,
  • Rache-Motivation,
  • Wohlwollen,
  • Empathie.

Zusätzlich erhoben die Forschenden mehrere begleitende psychische Prozesse, darunter:

  • gedankliches Kreisen (Rumination),
  • subjektives Gerechtigkeitsempfinden („Injustice Gap“),
  • positive und negative Stimmung,
  • sowie sehr kurze Selbstberichte zu Angst- und Depressionssymptomen (PHQ-4).

Die wichtigsten Ergebnisse

Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte die EFT-Gruppe von vor- zu nachher bei 9 von 10 gemessenen Variablen deutlich stärkere Veränderungen.

Besonders auffällig waren:

  • Weniger Unvergebenheit: Rache- und Vermeidungstendenzen nahmen ab, während Wohlwollen zunahm.
  • Mehr Empathie gegenüber der beteiligten Person.
  • Weniger Rumination, also weniger gedankliches Kreisen um die Kränkung.
  • Reduktion negativer Stimmung. Positive Stimmung veränderte sich hingegen kaum – das war der einzige Bereich ohne signifikanten Unterschied.
  • Bei den kurzen Selbstberichten zu Angst- und Depressionssymptomen sanken die Werte in beiden Gruppen, jedoch deutlich stärker in der EFT-Gruppe (in der Diskussion als etwa doppelt so stark beschrieben).

Für EFT-Interessierte besonders spannend: Es handelte sich nicht um ein mehrwöchiges Trainingsprogramm, sondern um eine einzige kurze Selbstanwendung, die dennoch unmittelbare Effekte auf mehrere Vergebungs-Dimensionen zeigte.

Was bedeutet das praktisch?

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine kurze EFT-Selbstsequenz nach einer milden zwischenmenschlichen Kränkung dabei unterstützen kann, emotional weniger „festzuhängen“ – zum Beispiel durch weniger Grübeln und mehr innere Beweglichkeit hin zu wohlwollenderen Perspektiven.

Gleichzeitig sind die Grenzen der Studie klar:

  • Es gab keine Nachuntersuchung, die etwas über die Dauerhaftigkeit der Effekte aussagt.
  • Die Stichprobe war selbstselektiert, überwiegend weiblich und vergleichsweise gut gebildet.
  • Alle Daten beruhen auf Selbstberichten.
  • Das Zielmaterial war bewusst auf leichtere Belastungen beschränkt.

Positiv hervorzuheben sind die Vorregistrierung, die Randomisierung und die aktive, emotional neutrale Kontrollaufgabe. Einschränkungen ergeben sich durch den kurzen Messzeitraum, das reine Selbstbericht-Design und statistische Imputationen bei fehlenden Werten.

Für die Praxis passt diese Studie gut zu der Idee, EFT als alltagstaugliche, niedrigschwellige Selbsthilfe-Routine einzusetzen – insbesondere bei akuten emotionalen Reaktionen nach zwischenmenschlichen Spannungen.

Die Studie entspricht den APA-Regeln für wissenschaftlich anerkannte Evidenz-Forschung.

Quelle: Stapleton, P. (2025). Effectiveness of a single emotional freedom techniques session on facilitating forgiveness and mental health: a randomized clinical trial. Cogent Psychology, 12(1), Article 2538740.

Zur vollständigen Studie…

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Wichtig: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (EFT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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