Studie: EFT kombiniert mit Hypnose bei belastenden Erinnerungen

Wenn belastende Erinnerungen „zu groß zum Anfassen“ wirken, suchen viele Betroffene nach Methoden, die stabilisieren, ohne alles im Detail erzählen zu müssen. Eine Studie im Energy Psychology Journal hat deshalb untersucht, was passiert, wenn Emotional Freedom Techniques (EFT) und Hypnose in einem klaren Kurz-Format kombiniert werden.

Worum ging es in der Original-Studie?

Die Autor:innen wollten prüfen, ob sich selbst berichtete Belastungswerte (gemessen mit der PCL-5, einer etablierten PTSD-Checkliste) vor vs. nach einer kurzen Behandlungssequenz unterscheiden. Zusätzlich wurde erfasst, wie Teilnehmende die Sitzungen erlebt haben (offene Frage).

Wer nahm teil – und wie lief das Setting ab?

  • 30 Erwachsene (18–65), die selbst angaben, aktuell belastet zu sein im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt.
  • Die Studie fand in einer privaten psychotherapeutischen Praxis statt; eine Ethikfreigabe (IRB) wird berichtet.
  • Wichtig: Die Teilnehmenden wurden nicht diagnostiziert; es ging um Symptom-/Belastungswerte per Fragebogen.

Was genau wurde gemacht?

Es gab fünf Termine innerhalb von maximal zwei Monaten:

  • Sitzung 1 (90 Min.): Aufklärung/Einwilligung, Hypnose-Suggestibilitätsmaß (BSS), PCL-5, dann EFT (~40 Min.) + Hypnose (~20 Min.)
  • Sitzung 2–4 (je 60 Min.): EFT (~40 Min.) + Hypnose (~20 Min.)
  • Sitzung 5 (30 Min.): PCL-5 erneut + offene Abschlussfrage

Die Hypnose folgte einem festen Ablauf (u. a. Induktion, Vertiefung, „sicherer Ort“, Suggestionen).

Was kam dabei heraus?

  • Die durchschnittlichen PCL-5-Werte sanken von M = 55,93 auf M = 37,03 (Minus 18,9 Punkte).
  • Der Vorher-Nachher-Vergleich war statistisch signifikant (t(29)=12,198; p ≤ .001).
  • Alle Teilnehmenden zeigten niedrigere Werte; ein großer Teil lag im Bereich, der in der Literatur oft als „klinisch bedeutsame Veränderung“ beschrieben wird.
  • Aus der Verteilung ergibt sich zudem: Während zu Beginn alle über einem häufig genutzten Cut-off lagen, waren es nach der Intervention noch 60% (d. h. 40% lagen darunter) – als Screening-Interpretation, nicht als Diagnose.

Was bedeutet das?

Diese Ergebnisse sind ermutigend; sie beantworten vor allem die Frage: „Kann sich in dieser Stichprobe nach diesem Kurz-Programm etwas messbar verändern?“

Wenn Du EFT nutzt oder kennenlernen willst, legt diese Studie nahe: Eine klare Struktur, kurze Sequenzen und ein Fokus auf Sicherheit/Steuerbarkeit könnten für manche Menschen hilfreiche Rahmenbedingungen sein. Für die Praxis heißt das oft: langsam dosieren, Stabilisierung priorisieren, und im Zweifel Begleitung durch qualifizierte Fachleute.

Quelle: Anderson, K., Rubik, B., & Absenger, W. (2019). Does Combining Emotional Freedom Techniques and Hypnosis Have an Effect on Sexual Assault–Specific Posttraumatic Stress Disorder Symptoms? Energy Psychology, 11(2).

Zur vollständigen Studie…

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Wichtiger Hinweis: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (EFT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.