Studie: EFT nach Mastektomie verbessert Stress und Lebensqualität

Eine Brustkrebs-Operation verändert nicht nur den Körper, sondern oft auch das innere Erleben. Genau hier setzt diese neue Studie an: Sie untersuchte, ob EFT-Klopfakupressur Frauen nach einer Mastektomie dabei unterstützen kann, weniger Stress zu erleben, innerlich stabiler zu werden und ihre sexuelle Zufriedenheit zu verbessern. Das Thema ist sensibel, aber gerade deshalb wichtig – denn nach einer solchen Operation geraten psychische Belastung, Selbstbild und Partnerschaft leicht aus dem Blick, obwohl sie für die Lebensqualität sehr bedeutsam sind.

Die Untersuchung wurde in Ägypten mit 112 Frauen nach Mastektomie durchgeführt. Das Design war quasi-experimentell: Es gab also eine Vorher-Nachher-Messung, aber keine Kontrollgruppe. Die Teilnehmerinnen erhielten über sechs Wochen hinweg sechs strukturierte EFT-Sitzungen. Vor und nach der Intervention wurden drei Bereiche erfasst: wahrgenommener Stress, Resilienz und sexuelle Zufriedenheit. Schon diese Anlage zeigt: Die Studie liefert interessante Praxisdaten, erlaubt aber keine ganz so starke Aussagekraft wie eine randomisierte kontrollierte Studie.

Die Ergebnisse fielen deutlich aus. Der wahrgenommene Stress sank im Durchschnitt von 32,42 auf 17,27 Punkte. Gleichzeitig stieg die Resilienz von 11,53 auf 31,46 Punkte, und auch die sexuelle Zufriedenheit nahm von 17,03 auf 31,00 Punkte zu. Alle Veränderungen waren statistisch hochsignifikant. Zusätzlich zeigte sich: Je geringer der Stress, desto höher waren Resilienz und sexuelle Zufriedenheit. Und je höher die Resilienz, desto höher fiel auch die sexuelle Zufriedenheit aus. Das passt gut zu der praktischen Erfahrung, dass emotionale Entlastung oft mehrere Lebensbereiche gleichzeitig berühren kann.

Besonders spannend ist, dass die Intervention hier nicht nur auf allgemeines Wohlbefinden zielte, sondern auf ein sehr konkretes Belastungsfeld. Die Sitzungen kombinierten Information, angeleitete Übung und praktische Anwendung in Kleingruppen. Das spricht dafür, dass EFT-Klopfen in einem pflegerischen oder begleitenden Rahmen gut vermittelbar sein kann. Die Autoren schlagen deshalb vor, Pflegepersonal strukturiert in EFT zu schulen und standardisierte Protokolle für die Begleitung nach Mastektomie zu entwickeln.

EFT erscheint in dieser Studie als einfache, nicht-invasive und vergleichsweise gut vermittelbare Begleitmethode, die emotionale Belastung nach einer Mastektomie spürbar verringern könnte. Für Praktiker und Profis ist interessant, dass hier drei eng miteinander verbundene Bereiche gleichzeitig betrachtet wurden: Stress, Resilienz und sexuelle Zufriedenheit. Das macht die Studie nicht nur menschlich berührend, sondern auch fachlich relevant. Sie erinnert daran, dass echte Unterstützung nach schweren körperlichen Eingriffen mehr umfasst als medizinische Nachsorge allein.

Quelle: Mohamed, A. F., Hamed, A. E. M., Mohamed, S. S. A., Othman, A. A., & Abd El-Tawab, N. A. A. (2025). Effect of nursing application of emotion freedom technique on perceived stress, resilience and sexual satisfaction among women after mastectomy. BMC Nursing, 24, 428.

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Wichtig: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (EFT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.