Studie: EFT bei älteren Patienten – Fallserie zu Entzündungsmarkern etc.

Wie gut lässt sich Klopfakupressur (Emotional Freedom Techniques, EFT) unter realen klinischen Bedingungen anwenden – und gibt es Hinweise auf begleitende messbare Veränderungen? Eine 2025 veröffentlichte Fallserie aus Indonesien ging dieser Frage bei älteren, hospitalisierten COVID-19-Patienten nach. Untersucht wurde EFT als kurze, tägliche Zusatzmaßnahme zur medizinischen Standardbehandlung.

Studiendesign und Vorgehen

Die Arbeit beschreibt fünf Patient:innen im Alter von mindestens 65 Jahren, die wegen COVID-19 stationär behandelt wurden. Der klinische Schweregrad lag zu Beginn im milden bis moderaten Bereich (WHO-Ordinalskala Stufe 3–4).

Zusätzlich zur regulären medizinischen Versorgung führten die Patient:innen täglich eine vereinfachte EFT-Sequenz durch. Diese dauerte etwa fünf bis zehn Minuten und umfasste:

  • einen kurzen Setup-Satz,
  • das Klopfen von acht Akupressurpunkten im Gesichts- und Oberkörperbereich,
  • optional abschließende positive Selbstinstruktionen.

Zur besseren Umsetzbarkeit im Klinik- und Nachsorgealltag wurde bewusst auf die Verwendung von SUD-Skalen verzichtet. Die Anleitung erfolgte persönlich, per Video sowie über ein schriftliches Handout. Zur Unterstützung der regelmäßigen Durchführung erhielten die Teilnehmenden Erinnerungen über eine Smartphone-App.

Erhobene Parameter

Über einen Zeitraum von 30 Tagen wurden mehrere Aspekte dokumentiert:

  • der klinische Zustand anhand der WHO-Ordinalskala,
  • der Grad der Gebrechlichkeit nach WHAS-Kriterien,
  • Entzündungsmarker, insbesondere Interleukin-6 (IL-6), teilweise ergänzt durch CRP-Werte.

Zusätzlich wurden subjektive Eindrücke zum emotionalen Befinden qualitativ erhoben (Interviews, Beobachtungen), jedoch nicht mit standardisierten psychologischen Fragebögen quantifiziert.

Ergebnisse der Fallserie

Am Ende des Beobachtungszeitraums zeigten alle fünf beschriebenen Fälle eine deutliche klinische Verbesserung. Der WHO-Score sank bei allen Patient:innen von anfänglich 3–4 auf Stufe 1. Parallel dazu nahm der Grad der Gebrechlichkeit ab.

Besonders auffällig war der Rückgang der Entzündungsmarker: Für IL-6 berichten die Autor:innen im Mittel eine sehr deutliche Reduktion (im Abstract rund 85 % im Durchschnitt). Unerwünschte Ereignisse oder Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der EFT-Anwendung wurden nicht beobachtet.

Die qualitative Beschreibung des emotionalen Befindens deutet auf eine subjektiv bessere Bewältigung der Belastungssituation hin, ohne dass hierzu quantitative Aussagen gemacht werden können.

Wissenschaftliche Einordnung

Die Autor:innen betonen selbst, dass es sich um eine Fallserie ohne Kontrollgruppe handelt. Aussagen über Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge sind damit nicht möglich. Der wissenschaftliche Wert der Studie liegt daher weniger im Nachweis einer spezifischen Wirksamkeit von EFT, sondern vielmehr in der gezeigten praktischen Umsetzbarkeit: Die Intervention war kurz, niedrigschwellig, offenbar gut akzeptiert und ließ sich auch bei älteren, teils geschwächten Patient:innen durchführen. Die konsistenten Veränderungen in klinischen Parametern und Entzündungsmarkern liefern nachvollziehbare Ansatzpunkte für weiterführende, kontrollierte Studien.

Quelle: Sari, N. K. (2025). Emotional freedom techniques for elderly patients with COVID-19: a case series on clinical recovery, frailty, and inflammatory biomarkers. Frontiers in Psychology, 16, 1627592.

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Wichtig: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (EFT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.