Tipp der Woche: Die Film-Technik oder Movie Technique

Manche inneren Bilder haben eine erstaunliche Kraft: Ein kurzer Gedanke, ein Titel, eine Szene – und schon meldet sich eine deutliche emotionale Reaktion. Genau hier setzt die Film-Technik an. Sie gehört zu den besonders sanften Vorgehensweisen, um mit intensiven inneren Reaktionen achtsam umzugehen, ohne sich direkt wieder mitten im Geschehen zu verlieren.

Abstand statt Überflutung

Der Kern der Film-Technik ist Distanz. Du bist nicht „im Film“, sondern vor der Leinwand. Dadurch bleibt dein Nervensystem eher im Beobachtermodus – ein entscheidender Vorteil, wenn Emotionen schnell stark werden.

Schritt für Schritt zur Entlastung

1. Eine konkrete Situation wählen

Suche dir eine klar begrenzte, einzelne Situation aus deinem Leben aus – idealerweise ein Ereignis an einem bestimmten Tag. Wenn sich etwas häufig wiederholt hat, nimm eine repräsentative Szene. Das reicht völlig.

2. Ein abstrakter Filmtitel

Gib dem inneren Film einen neutralen, fast abstrakten Titel – so, wie Hollywood es tun würde. Zum Beispiel: „Der große Turm“ oder „Der 27. Juli“. Wichtig: Der Titel soll nicht das Problem beschreiben, sondern eher verschleiern.

3. Belastung nur beim Titel messen und Klopfen nur mit dem Titel

Sprich den Titel innerlich aus – ohne an Details zu denken. Wie stark belastet dich allein der Titel auf einer Skala von 0 bis 10?
Arbeite jetzt mit dem Grundrezept, ausschließlich bezogen auf den Filmtitel:
„Obwohl ›[Filmtitel]‹, akzeptiere ich mich voll und ganz.“
In der Klopfrunde wird nur der Titel genannt. Ziel ist es, die Belastung deutlich zu senken – idealerweise auf 0, sonst zumindest auf einen sehr niedrigen Wert.

4. Der Film auf der Leinwand

Jetzt beginnt der eigentliche Film – aber bewusst im Kino-Modus:
Du sitzt im Sessel, siehst die Leinwand, zuerst erscheint der Schriftzug des Filmtitels. Sobald auch nur ein Hauch von Belastung auftaucht: Stopp! (Not-Aus) und klopfen, bis die Reaktion vollständig abgeklungen ist.
Dann läuft der Film weiter – Szene für Szene. Jede einzelne belastende Stelle wird angehalten, neutralisiert und erst dann fortgesetzt. Du musst dabei nicht sofort jede Emotion benennen. Es reicht: „die Belastung durch dieses Standbild“. Erst wenn sich etwas hartnäckig hält, kann genauere Benennung hilfreich sein.

5. Test zum Abschluss

Wenn der Film komplett „ruhig“ bleibt, prüfe das Ergebnis:
Mach die Farben greller, die Kontraste stärker, den Ton lauter – oder stell dir vor, du wärst kurz wieder assoziiert. Bleibt alles ruhig, ist die Arbeit für diesen Film abgeschlossen.

Variationen

Eine bekannte Abwandlung ist die Kopfkino-Filmtechnik, bei der nicht über den Inhalt des Filmes geredet wird – das Grundprinzip der Distanz bleibt jedoch gleich.

Die Film-Technik und weitere sanfte EFT-Interventionen werden im EFT Klopfakupressur Modul 2 praxisnah vermittelt – mit klaren Demonstrationen, verständlicher Einordnung und angeleitetem Üben.