Tipp der Woche: Die Tränenfreie Trauma-Technik – behutsam und stabilisierend

Manchmal gibt es Erlebnisse, die man am liebsten gar nicht mehr betreten möchte – und genau dafür wurde die Tränenfreie Trauma-Technik (engl. Tearless Trauma Technique) entwickelt. „Tränenfrei“ bedeutet dabei natürlich nicht, dass Tränen komplett verschwinden, sondern dass wir sie so gering wie möglich halten. Diese Vorgehensweise unterstützt dabei, sich einem belastenden Ereignis schrittweise, hypothetisch und gut reguliert zu nähern – ohne ins Leiden einzutauchen und ohne sich zu überfordern.

Gerade bei starken emotionalen Belastungen ist es oft sinnvoll, zunächst mit der Trauma Tapping Technique (TTT) zu beginnen. Sie sorgt für erste Stabilisierung und wird gern ergänzend genutzt, auch wenn sie nicht offiziell zu EFT gehört.

Die 6 Schritte der Tränenfreien Trauma-Technik

1. Ein einzelnes spezifisches Ereignis benennen – ohne hineinzugehen

Zu Beginn wird klar festgelegt: Es geht nicht darum, in die Erinnerung einzutauchen, Details abzurufen oder Gefühle erneut zu erleben. Das Ereignis wird nur benannt – mehr nicht.

2. Den hypothetischen Belastungswert schätzen

Nun folgt eine besondere Frage, die das Herz dieser Methode bildet:

„Wir werden uns jetzt nicht näher damit befassen. Aber wenn wir es tun WÜRDEN – was wir nicht tun werden – wie sehr WÜRDE Dich das WAHRSCHEINLICH belasten, auf einer Skala von 0 bis 10?“

Diese Formulierung schafft Distanz und ermöglicht eine erstaunlich sanfte Annäherung.

3. Das Grundrezept klopfen

Während der Klopfrunde wird weiterhin im Konjunktiv gesprochen, zum Beispiel:

„Obwohl es mich so sehr belasten WÜRDE, akzeptiere ich mich voll und ganz.“
„Dass es mich so sehr belasten WÜRDE, wenn ich mich damit befassen WÜRDE …“

Auch hier bleibt die hypothetische Distanz vollständig erhalten.

4. Erneut den hypothetischen Wert schätzen

„Wir werden uns immer noch nicht näher damit befassen. Aber wenn wir es tun WÜRDEN – was wir weiterhin nicht tun werden – wie sehr WÜRDE Dich das WAHRSCHEINLICH belasten, zwischen 0 und 10?“

Oft sinkt der Wert bereits deutlich.

5. Weitere Runden, bis der Wert hypothetisch bei 0 liegt

Es wird so lange geklopft, bis selbst die bloße Vorstellung eines möglichen Annährens keinen Stress mehr auslöst. Dieser Zustand bildet eine sichere Basis für den nächsten Schritt.

6. Das Ereignis etwas genauer betrachten – optional mit der Story- oder Movie-Technik

Nun kann die Erinnerung – weiterhin vorsichtig, strukturiert und gut begleitet – etwas genauer angeschaut werden. Viele nutzen dafür die Story-Technik oder die Movie-Technik, um Schritt für Schritt mehr Klarheit und innere Ruhe zu gewinnen.

Sanfter Abschluss – und wie Du das alles Schritt für Schritt lernen kannst

Wenn Du diese behutsame Vorgehensweise kennenlernen und selbst anwenden möchtest, findest Du im EFT Klopfakupressur Modul 2 viele praktische Demonstrationen, klare Erklärungen und professionell begleitetes Üben.

Dort bekommst Du das nötige Handwerkszeug, um mit anspruchsvollen Themen stabil und sicher zu arbeiten – für Dich selbst oder in der Begleitung anderer.