
Wenn Du EFT bei anderen anwendest – z. B. bei Verwandten, Freunden, Bekannten, Klienten oder Patienten – gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten. Beide haben ihre Berechtigung und können – je nach Situation – sinnvoll eingesetzt werden.
Wer klopft?
1. Die Person klopft selbst – unter Deiner Anleitung
2. Du klopfst direkt an der Person
1. Die Person klopft selbst
Das ist in den meisten Fällen der bevorzugte Weg – und aus meiner Erfahrung auch der nachhaltigste.
Der große Vorteil: Die Person lernt von Anfang an, die Methode eigenständig anzuwenden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass sie auch außerhalb der Sitzung weiter übt und sich selbst unterstützen kann. Genau das ist ja eines der zentralen Ziele von EFT: Hilfe zur Selbsthilfe.
Außerdem bleibt die Aufmerksamkeit stärker beim eigenen inneren Erleben, statt auf äußere Abläufe oder Berührungen gerichtet zu sein.
So kannst Du vorgehen:
- Erkläre kurz und einfach die Lage der Klopfpunkte.
- Zeige die Anwendung an Dir selbst – die andere Person macht es direkt nach.
- Klopfe und sprich vor, sodass sie sich am Rhythmus und an den Formulierungen orientieren kann.
- Achte darauf, in einem ruhigen Tempo zu arbeiten, damit die Person innerlich gut folgen kann.
- Führe durch die 9-Gamut-Folge mit klaren verbalen Hinweisen. Wenn die Augenbewegungen schwerfallen, kann die Person einfach Deinem Finger mit den Augen folgen.
- Ermutige die Person, eigene Worte zu finden – das verstärkt die persönliche Wirkung oft deutlich.
2. Du klopfst an der Person
In bestimmten Situationen kann es sinnvoll oder sogar notwendig sein, dass Du die Punkte direkt an der anderen Person klopfst.
Das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn:
- die Person körperlich oder emotional gerade nicht in der Lage ist, selbst zu klopfen,
- sie so sehr bemüht ist, alles „richtig“ zu machen, dass der innere Fokus verloren geht,
- die Ausführung sehr unsicher ist oder immer wieder „verrutscht“,
- sich zunächst keine Veränderung zeigt und Du den Prozess unterstützend intensivieren möchtest.
Das direkte Klopfen kann für manche Menschen auch eine stärkere Fokussierung oder ein Gefühl von Begleitung vermitteln – sollte aber immer achtsam und bewusst eingesetzt werden.
Worauf Du dabei achten solltest:
- Kläre Deine rechtliche Situation (z. B. Heilpraktikerrecht und berufsrechtliche Rahmenbedingungen).
- Hole Dir ausdrücklich die Erlaubnis für jede Berührung.
- Frage nach körperlichen Einschränkungen (z. B. Verletzungen, Schmerzen oder Operationen).
- Bitte um unmittelbares Feedback, wenn sich etwas unangenehm anfühlt – und achte auch auf nonverbale Signale.
- Bei gemischtgeschlechtlichen Settings kann es sinnvoll sein, einzelne Punkte (z. B. im Rippenbereich) auszulassen. Dieser Punkt gehört ohnehin nicht mehr zu den Standardpunkten.
- Positioniere Dich leicht seitlich neben der Person – das wirkt weniger konfrontativ und wird oft als angenehmer erlebt (ähnlich wie bei EMDR oder WingWave).
- Achte auf einen ruhigen, respektvollen Kontakt – weniger ist oft mehr.
Fazit
Beide Wege können sinnvoll sein. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt:
Wenn Menschen lernen, selbst zu klopfen, stärkt das ihre Selbstwirksamkeit – und genau darin liegt eine der größten Stärken von EFT.
Das Klopfen an anderen kann eine hilfreiche Ergänzung sein – vor allem in herausfordernden Situationen –, sollte aber bewusst, achtsam und im passenden Rahmen eingesetzt werden.
Diese und weitere praxisnahe EFT-Ansätze lernst Du im EFT Klopfakupressur Modul 2 – mit anschaulichen Demonstrationen, verständlichen Erklärungen und professionell begleitetem Üben.