
Literatur-Recherche zu EFT, Stress und körperlichen Regulationsprozessen
Die 2025 im Journal of Neonatal Surgery veröffentlichte Arbeit von R. Ullagaddi ist eine Übersichtsarbeit. Sie untersucht nicht selbst mit Probanden, sondern wertet vorhandene wissenschaftliche Literatur zu EFT, Stress und körperlichen Regulationsprozessen aus. Ziel der Autorin ist es, verständlich darzustellen, wie EFT im Zusammenhang mit Stressreaktionen des Körpers eingeordnet wird und welche physiologischen Erklärungsmodelle dafür diskutiert werden.
Gerade für EFT-Anwender und Interessierte bietet diese Studie damit weniger neue Zahlen, dafür aber eine strukturierte Zusammenfassung des aktuellen Wissensstands.
Wie beschreibt die Studie EFT?
EFT wird als eine Methode beschrieben, die zwei bekannte Elemente miteinander verbindet:
- Aufmerksamkeit auf ein belastendes Thema (Gedanken, Gefühle, innere Anspannung)
- Sanftes Beklopfen bestimmter Akupressurpunkte
Nach Darstellung der Autorin liegt der besondere Ansatz von EFT darin, emotionale Aktivierung und körperliche Stimulation gleichzeitig zu nutzen. Dadurch soll das Nervensystem während der inneren Auseinandersetzung nicht weiter hochgefahren, sondern eher beruhigt werden.
Stress aus Sicht der Studie
Ein größerer Teil der Arbeit widmet sich der Frage, was Stress im Körper bewirkt. Zusammengefasst beschreibt die Autorin:
- Stress aktiviert das sympathische Nervensystem (Kampf-/Flucht-Modus).
- Dabei werden Stresshormone ausgeschüttet, insbesondere Cortisol.
- Bei länger anhaltender Belastung können diese Prozesse mit innerer Unruhe, erhöhter Entzündungsaktivität und Erschöpfung einhergehen.
Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum Methoden interessant sind, die emotionale Aktivierung mit gleichzeitiger Beruhigung verbinden.
Welche Zusammenhänge mit EFT werden dargestellt?
Die Autorin greift Ergebnisse aus früheren Studien auf und beschreibt mehrere mögliche Wirkzusammenhänge:
- Beruhigung des Nervensystems:
EFT wird mit einer Aktivierung parasympathischer Prozesse in Verbindung gebracht, also mit dem Teil des Nervensystems, der für Erholung und Regeneration zuständig ist. - Abschwächung emotionaler Reaktionen:
Durch das Beklopfen während der inneren Fokussierung könnte sich die Intensität emotionaler Reaktionen auf belastende Inhalte reduzieren. - Physiologische Begleitveränderungen:
In der Literatur werden im Zusammenhang mit Stressreduktion Veränderungen bei Cortisol, Entzündungsmarkern und oxidativem Stress beschrieben.
Die Studie macht deutlich, dass diese Prozesse keine direkte „Wirkung von außen“ darstellen, sondern Ausdruck körpereigener Selbstregulation sind.
„Body Detox“ – was ist damit gemeint?
Ein Punkt, der im Titel auffällt, ist der Begriff „Body Detox“. Die Autorin grenzt diesen jedoch klar ein:
- Gemeint ist keine medizinische Entgiftung im Sinne von Schadstoffausleitung.
- Der Begriff beschreibt vielmehr indirekte Effekte, die entstehen können, wenn Stress reduziert wird.
- Weniger Stress kann mit geringerer entzündlicher Aktivität und weniger oxidativem Stress einhergehen – Prozesse, die der Körper selbst steuert.
Der Begriff wird also funktional und erklärend, nicht therapeutisch oder medizinisch verwendet.
Gesamtbewertung der Studie
Ullagaddi ordnet EFT als komplementäre Selbsthilfemethode ein. Sie betont:
- EFT ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
- Die Methode kann jedoch zur emotionalen Stabilisierung und Stressreduktion beitragen.
- Besonders hervorgehoben werden die einfache Anwendbarkeit und die geringe körperliche Belastung.
Für EFT-Anwender ist die Studie vor allem deshalb interessant, weil sie bekannte Erfahrungen in einen wissenschaftlichen Zusammenhang stellt, ohne überzogene Versprechen zu machen.
Fazit
Diese Arbeit liefert keinen experimentellen Wirknachweis, aber eine gut verständliche und sachliche Zusammenfassung, wie EFT im Kontext von Stress, Nervensystem und körperlicher Selbstregulation diskutiert wird. Für Anwender und Interessierte bietet sie eine wissenschaftlich orientierte Einordnung, die erklärt, warum EFT bei Stress als unterstützend erlebt werden kann.
Quelle: Ullagaddi, R. (2025). Emotional Freedom Techniques: A Pathway to Stress Relief and Body Detox. Journal of Neonatal Surgery, 14(32s), 2953–2959.
Weitere wissenschaftliche Studien…
Wichtig: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (EFT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.