Studie: EFT beim Vorweg-Trauern im Rahmen von Krebs

Wenn Menschen eine Krebsdiagnose bekommen, geht es nicht nur um medizinische Entscheidungen. Viele erleben zusätzlich ein inneres „Vorweg-Trauern“: Gedanken an künftige Verluste, Unsicherheit und das Gefühl, dass der Boden schwankt. Das wird als „Antizipatorische Trauer“ bezeichnet. Genau hier setzt eine aktuelle Studie an, die Emotional Freedom Techniques (EFT) als kurze, ergänzende Maßnahme im Klinikalltag untersucht hat.

Was wurde untersucht?

Das Forschungsteam verglich Routineversorgung mit Routineversorgung plus EFT über vier Wochen. Die EFT-Intervention bestand aus Klopfen auf Akupunkturpunkte kombiniert mit vorgegebenen Sätzen/Prompt-Texten. Die Sitzungen fanden täglich statt und dauerten pro Einheit etwa 8–10 Minuten; durchgeführt wurde das Programm von einer entsprechend geschulten Pflegefachperson.

Gemessen wurden drei Bereiche:

  • Antizipatorische Trauer (mit einer spezifischen Skala für fortgeschrittene Krebserkrankungen),
  • Angstniveau (Hamilton Anxiety Rating Scale),
  • Schlafqualität (Pittsburgh Sleep Quality Index)

Was kam heraus?

Nach vier Wochen zeigte die EFT-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe:

  • deutlich niedrigere Werte bei antizipatorischer Trauer,
  • eine stärkere Abnahme der Angstwerte,
  • bessere Schlafqualitätswerte.

Praktische Implikationen

Als kurzes, strukturiertes Zusatzangebot könnte EFT in der psychoonkologischen Begleitung niedrigschwellig sein: wenige Minuten, gut standardisierbar, und offenbar geeignet, innere Anspannung zu reduzieren und die Selbstberuhigung zu unterstützen.

Quelle: Zheng, D., Xiao, W., Duan, D., Tang, C., & Lin, X. (2025). Effectiveness of emotional freedom techniques therapy in alleviating anticipatory grief for cancer patients. Medicine, 104(36), e44211.

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Wichtiger Hinweis: Die hier vorgestellte Methode der Klopfakupressur (EFT) versteht sich als komplementäre Maßnahme zur emotionalen Selbsthilfe. Sie ersetzt keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.