Tipp der Woche: Grundlagen Psychotraumatologie 9

Trauma-Folgestörungen

Trauma-Folgestörungen können Leid- und Angstgefühle bis hin zu schwerwiegenden psychischen Störungen sein. Die Psychotraumatologie untersucht die Entstehung, Wirkungen und Therapiemöglichkeiten von Traumata.

Entstehung von Trauma-Folgestörungen

Da die emotionalen, kognitiven und neurobiologischen Zustände der betroffenen Menschen vor und nach der Traumatisierung kaum zu untersuchen sind, ist der Mechanismus, der zu Trauma-Folgestörungen führt, weitgehend unbekannt. Trauma-Folgestörungen sind das Ergebnis von komplexen physiologischen, psychologischen und auch sozialen Prozessen. Trotzdem wurde versucht, auf Grundlage von Studien Modelle zu entwickeln, die die Entstehung von Trauma-Folgestörungen erklären können:

Gedächtnismodell

Bei der Traumatisierung kommt es durch die massive Ausschüttung von Neurohormonen. Diese bewirken eine Fehlfunktion des Hippocampus. Seine Aufgabe es ist, neu eintreffende Wahrnehmungen der verschiedenen Sinnesorgane zu sammeln und sie in ein Gesamtzusammenhang zu stellen. Durch die Fehlfunktion wird die Erfassung massiv gestört. Also werden die Wahrnehmungen der verschiedenen Sinnesorgane zusammenhangslos als visuelle, akustische, kinästhetische, olfaktorische und gustatorische Informationsfragmente vom Betroffenen wahrgenommen, die nicht durch den Hippocampus in das Bewusstsein eingeflochten und gespeichert werden können, sondern stattdessen in der Amygdala landen und fragmentiert bleiben. Bei einem Flashback triggern bestimmte Wahrnehmungen nun diese fragmentierten Gedächtnisinhalte, die dann zu unkontrollierbaren Reaktionen führen.

Hormonelles Stress-System

Traumatisierte haben eine erhöhte Aktivität des hormonellen Stress-Systems. Die verstärkte Ausschüttung von Noradrenalin führt zu Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwäche, Übererregung oder Schreckhaftigkeit. Vermutlich ist auch die Ausschüttung von Cortisol geringer und die Glucocorticoid-Rezeptoren reagieren sensitiver.

Traumafolgestörungen werden in primäre und sekundäre psychische Störungen unterteilt. Doch davon in den nächsten Tipps der Woche…

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Anfang: Grundlagen Psychotraumatologie 1

Weiter: Grundlagen Psychotraumatologie 10 (Veröffentlichung am 19.03.2021)